Krieg in Syrien: Russland und USA nähern sich an
Aktualisiert

Krieg in SyrienRussland und USA nähern sich an

US-Aussenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Kollege Sergej Lawrow diskutierten gestern mit dem Syrien-Sondergesandten Brahimi über Möglichkeiten, Syrien vor dem Einsatz von Chemiewaffen zu retten.

von
Bradley Klapper
AP
Hillary Clinton und Sergej Lawrow: Diskussion über Syrien am Rand der OSZE-Konferenz in Dublin.

Hillary Clinton und Sergej Lawrow: Diskussion über Syrien am Rand der OSZE-Konferenz in Dublin.

Angesichts der wachsenden Sorge vor einem Chemiewaffeneinsatz des syrischen Regimes bemühen sich Washington und Moskau um eine gemeinsame Strategie zur Beendigung des blutigen Bürgerkriegs in dem Land. Am Rande einer Menschenrechtskonferenz in der irischen Hauptstadt Dublin kamen US-Aussenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow am Donnerstag zu einem gemeinsamen Treffen mit dem Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi zusammen. Dabei sei über Möglichkeiten gesprochen worden, Syrien vor dem Abgrund zu retten, sagte Brahimi nach dem rund 40-minütigen Treffen.

«Wir haben keine sensationellen Entscheidungen getroffen. Aber ich denke, wir sind übereingekommen, dass die Situation schlimm ist», sagte Brahimi weiter. Einig sei man sich auch, dass man weiter zusammenarbeiten müsse, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Krise letztlich zu lösen. Zuvor hatte Clinton erklärt, dass Moskau und Washington ein gemeinsames Ziel verfolgten. «Wir haben uns bemüht, mit Russland zusammenzuarbeiten, um das Blutvergiessen in Syrien zu beenden und einen politischen Übergang für ein Syrien nach Assad zu beginnen.»

Weiteres Treffen nächste Woche geplant

Aus Kreisen der US-Regierung verlautete, Clinton und Lawrow hätten Unterstützung für die Bemühungen Brahimis signalisiert und sich zu einem weiteren Treffen in der kommenden Woche bereiterklärt, das unter Leitung des Syrien-Sondergesandten stattfinden solle. Dabei solle gemeinsam mit ranghohen Vertretern der USA und Russlands über das weitere Vorgehen beraten werden, hiess es.

Das Treffen am Donnerstag nährte zumindest die Hoffnung, dass Russland und die USA, die in der Syrien-Frage sehr unterschiedliche Positionen einnehmen, doch noch zu einem Kompromiss gelangen könnten. Russland hatte bisher gemeinsam mit China scharfe Resolutionen gegen Syrien im UN-Sicherheitsrat verhindert. Doch auch Russland hat die Möglichkeit eines Chemiewaffeneinsatzes verurteilt. Und auch der zunehmende Druck auf Staatschef Baschar al Assad durch die Rebellen liess den Westen zuletzt hoffen, dass Moskau ihm seine Unterstützung entziehen könnte.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief Assad erneut auf, unter allen Umständen auf einen Einsatz chemischer Waffen zu verzichten. In einem Schreiben an Assad habe der UN-Chef auf die «grundlegende Verantwortung» des syrischen Regimes verwiesen, für die Sicherung derartiger Waffen zu sorgen, sagte UN-Sprecher Martin Nesirky am Donnerstag.

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