Atomare Abrüstung: Russland und USA wollen abrüsten

Aktualisiert

Atomare AbrüstungRussland und USA wollen abrüsten

Russland und die USA haben in Genf ihre Gespräche über die atomare Abrüstung wieder aufgenommen. Der Verzicht auf die Raketenabwehr in Osteuropa könnte die Verhandlungen erleichtern.

Die Genfer Verhandlungen dienen dem Ziel, den sogenannten Start- Vertrag über die Verringerung der Strategischen Nuklearwaffen zwischen Russland und den USA zu verlängern. Das Abkommen läuft am 5. Dezember aus, weshalb sich die beiden Länder im April darauf geeinigt hatten, bis Ende Jahr einen Nachfolgevertrag zu vereinbaren.

Positiver Einfluss des Raketenschild-Entscheids

In der Folge verliefen die Gespräche jedoch harziger als angenommen, hauptsächlich aufgrund der amerikanischen Pläne, in Tschechien und in Polen einen Raketenschild zu stationieren. Russland empfand diesen Schritt als Bedrohung für die eigene Sicherheit.

Nachdem die USA ihr Raketenabwehr-Projekt letzte Woche begraben haben, rechnen Experten damit, dass sich der Einigungsprozess beschleunigen könnte.

Sie sehen in der neuen Verhandlungsgrundlage den Grund dafür, weshalb beide Parteien diesmal beteutend grössere Delegationen nach Genf entsandt und mehr Zeit eingeplant haben als für die vorangegangenen Gespräche. Bisher hatten die Verhandlungen jeweils höchstens vier Tage gedauert.

Kein vorzeitiger Vertragsabschluss

Der russiche Aussenminister Sergei Lawrow hatte bereits Anfang September die Erwartungen hochgeschraubt, indem er versprach, dass es bereits am G20-Gipfel in Pittsburg Neues zu berichten gebe. Der G20-Gipfel findet in weniger als einer Woche, vom 24. bis zum 25. September statt.

Einem einflussreichen russischen Parlamentarier zufolge ist Russland zu einem grösseren Abbau seines nuklearen Arsenals bereit, als Präsident Dmitri Medwedew im Juli an einem Treffen mit US- Präsident Barack Obama angekündigt hatte.

Damals hatten sich die beiden Staatschefs darauf geeinigt, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe von bisher maximal 2200 auf je 1500 bis 1675 zu senken. Inzwischen sei Russland bereit, die Anzahl Sprengköpfe auf 1300 zu reduzieren.

Trotz der günstigen Ausgangslage kann aber kaum mit einem vorzeitigen Vertragsabschluss gerechnet werden, schliesslich sind weitere wichtige Punkte wie die Anzahl beibehaltener Trägersysteme nach wie vor unklar.

Die Genfer Verhandlungen zur nuklearen Abrüstungen fallen mit dem Staatsbesuch Medwedews in der Schweiz zusammen.

(sda)

Deine Meinung