Ukraine-Krieg – Russland verstaatlicht Eigentum ausländischer Unternehmen

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Ukraine-KriegRussland verstaatlicht Eigentum ausländischer Unternehmen

Nachdem diverse Firmen angekündigt haben, ihre Produktion in Russland einzustellen, will das Land deren Immobilien und weitere Besitztümer verstaatlichen. So will das wirtschaftlich schwächelnde Land Konkurse und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern.

von
Benedikt Hollenstein
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Die russische Gesetzgebungskommission hat ein zweites Massnahmenpaket gutgeheissen.

Die russische Gesetzgebungskommission hat ein zweites Massnahmenpaket gutgeheissen.

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Dieses soll die Verstaatlichung des Eigentums von ausländischen Firmen ermöglichen, die ihre Produktion in Russland vorerst gestoppt haben.

Dieses soll die Verstaatlichung des Eigentums von ausländischen Firmen ermöglichen, die ihre Produktion in Russland vorerst gestoppt haben.

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Damit will Russland Konkurse und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern. Im Bild betrachtet ein Mann an einer Moskauer Job-Börse Stellenangebote.

Damit will Russland Konkurse und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern. Im Bild betrachtet ein Mann an einer Moskauer Job-Börse Stellenangebote.

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Darum gehts

  • Russland will mit der Verstaatlichung von Unternehmen Konkurse und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern.

  • Betroffen sind Unternehmen, die ihre Produktion im Land nach Kriegsausbruch eingestellt haben.

  • In diese Sparte fallen auch Schweizer Unternehmen, die nun um ihre Vermögenswerte in Russland bangen müssen.

Die russische Gesetzgebungskommission hat ein zweites Paket von Massnahmen zur Wirtschaftsförderung verabschiedet, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria berichtet. Die Massnahmen sehen unter anderem auch eine Verstaatlichung des Eigentums von ausländischen Firmen und Organisationen vor, wie die Partei «Einiges Russland» auf ihrem Telegram-Kanal schreibt.

Von den Massnahmen seien konkret jene Firmen betroffen, die seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine angekündigt haben, ihre Produktion im Land zu stoppen und sich vom russischen Markt zurückzuziehen. Wenn eine Firma zu mehr als 25 Prozent im Besitz von Personen ist, die Bürgerinnen oder Bürger sogenannter «unfreundlicher Staaten» sind, soll dort eine «externe Verwaltung» eingeführt werden. Damit will die russische Regierung Konkurse verhindern und Arbeitsplätze sichern. 

Zahlreiche Firmen ziehen sich zurück

Jene Arbeitgeber hätten demnach fünf Tage Zeit, um die externe Verwaltung abzulehnen und den Betrieb wieder aufzunehmen. Andernfalls würden die Unternehmen für drei Monate staatlich geführt und anschliessend verkauft oder aufgelöst, wie der Sekretär des Generalrats der Partei «Einiges Russland» auf Telegram schreibt.

Zuletzt haben mehrere Firmen angekündigt, ihre Geschäft in Russland zu stoppen – darunter unter anderem Ikea und VW. Auch die Schweizer Firma Lindt & Sprüngli schliesst Shops in Russland vorerst, wie das Unternehmen am Mittwoch schrieb.

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