Wegen Ölpreisverfall: Russland wertet Rubel schon wieder ab
Aktualisiert

Wegen ÖlpreisverfallRussland wertet Rubel schon wieder ab

Russland stemmt sich mit einer Serie von Rubelabwertungen gegen Ölpreisverfall und Wirtschaftskrise. Am Freitag stufte die Zentralbank die Landeswährung zum achten Mal in diesem Monat nach unten.

Experten gehen schon in naher Zukunft von weiteren Schritten aus. Die Zentralbank will mit den Massnahmen verhindern, dass die Bevölkerung aus Angst um ihre Ersparnisse panikartig Geld von den Banken abhebt. Viele Sparer haben ihre Anlagen bereits abgezogen, so dass die russischen Devisenreserven schmelzen.

Die russische Wirtschaft leidet vor allem unter dem Verfall des Ölpreises, dem Exportschlager Nummer Eins. Der Preis für russisches Exportöl hatte sich am Donnerstag der Marke von 30 Dollar pro Fass genähert - dem tiefsten Stand seit 2004.

Milliarden-Defizit

Deshalb droht Russland erstmals seit zehn Jahren ein Budgetdefizit in Milliardenhöhe. Der russische Finanzminister Alexej Kudrin erwartet im kommenden Jahr ein Loch von möglicherweise bis zu 2,5 Billionen Rubel (93,85 Milliarden Franken). 2009 werde für Russland «das schwierigste Jahr der vergangenen neun Jahre», sagte der Minister in einem Interview des Fernsehsenders Westi am Samstag.

Gleichzeitig versicherte er, dass der Staat die Lohnzahlungen für seine Angestellten garantiere. Auch Einschnitte in der Sozialpolitik seien nicht geplant. Das von seinen Rohstoffen abhängige Russland hatte sein Budget für 2009 auf Grundlage eines Ölpreises von 95 Dollar je Barrel berechnet. (sda)

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