Russland bestätigt: «Hochpräzise» Raketenangriffe während Besuch von UN-Chef in Kiew

Aktualisiert

Russland bestätigt«Hochpräzise» Raketenangriffe während Besuch von UN-Chef in Kiew

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew während des Besuchs des UN-Generalsekretärs António Guterres mit Raketen angegriffen. Ukraine-Präsident Selenski verurteilt den Angriff aufs Schärfste. 

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 UN-Generalsekretär António Guterres hält sich in Kiew auf.

 UN-Generalsekretär António Guterres hält sich in Kiew auf.

via REUTERS
Just in dieser Zeit hat Russland die ukrainische Hauptstadt mit Raketen angegriffen.

Just in dieser Zeit hat Russland die ukrainische Hauptstadt mit Raketen angegriffen.

Getty Images
Dabei soll mindestens eine Person ums Leben gekommen sein.

Dabei soll mindestens eine Person ums Leben gekommen sein.

AFP

Darum gehts

  • UN-Generalsekretär Guterres hat sich während eines russischen Raketenangriffs in Kiew aufgehalten.

  • Ukraine-Präsident Selenski beschuldigt Russland, die UNO demütigen zu wollen.

  • Russland hat den Angriff mittlerweile bestätigt.

Während des Besuchs von UN-Generalsekretär António Guterres in Kiew hat am Donnerstagabend Russland die ukrainische Hauptstadt erstmals seit rund zwei Wochen mit Raketen beschossen. Beim Angriff ist laut Witali Klitschko, dem Bürgermeister von Kiew, eine Person ums Leben gekommen. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden mindestens zehn Menschen verletzt.

In einer Ansprache am späten Abend verurteilte Selenski den Angriff und sagte, er sage viel über Russlands wahre Einstellung zu globalen Institutionen aus. Der ukrainische Präsident beschuldigte die russische Führung, zu versuchen, «die UNO und alles, wofür die Organisation steht, zu demütigen», und fügte hinzu, dies erfordere «eine starke Antwort».

Laut Selenski wurde Kiew mit fünf Raketen angegriffen. Ein 25-stöckiges Wohngebäude sei teilweise zerstört worden. AFP-Reporter sahen ein zweites brennendes Gebäude. Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs schrieb an Journalisten, Guterres und sein Team seien in Sicherheit, aber «schockiert». Der Angriff ereignete sich weniger als eine Stunde nach dem Ende einer gemeinsamen Pressekonferenz von Guterres und Selenski in 3,5 Kilometern Entfernung von der Einschlagstelle der Raketen.

Ukrainischer Aussenminister spricht von «Akt der Barbarei»

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba schrieb auf Twitter von einem «hasserfüllten Akt der Barbarei». Russland habe «ein weiteres Mal seine Haltung gegenüber der Ukraine, Europa und der Welt gezeigt». Verteidigungsminister Oleksij Resnikow sprach von einem «Angriff auf die Sicherheit des UN-Generalsekretärs und die Sicherheit der Welt».

«Raketeneinschläge im Zentrum von Kiew während des offiziellen Besuchs von António Guterres», kommentierte Selenskis Berater Mychailo Podoljak auf Twitter. «Gestern sass er noch an einem langen Tisch im Kreml und heute gibt es Explosionen über seinem Kopf», fügte er mit Blick auf den UN-Generalsekretär hinzu. 

Russland bestätigt den Angriff

Russland hat den Angriff mittlerweile bestätigt. Die Regierung in Moskau teilte am Freitag mit, dass ein Industriestandort in Kiew bombardiert worden sei. Der dortige Bürgermeister Witali Klitschko erklärte hingegen, es sei unter anderem ein Wohnhaus zerstört worden. 

«Hochpräzise, luftgestützte Langstreckenwaffen der russischen Luftwaffenkräfte haben die Produktionsgebäude des Raketen- und Raumfahrtunternehmens Artiom in Kiew zerstört», erklärte das russische Verteidigungsministerium. Eine Reihe von Luftangriffen am Donnerstag hätten ausserdem mehrere Umspannwerke an ukrainischen Eisenbahnknotenpunkten, unter anderem in Fastow bei Kiew getroffen.

Guterres hat Putin am Dienstag getroffen

Guterres hatte am Dienstag Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Moskau getroffen. Anschliessend reiste er weiter in die Ukraine, wo er am Donnerstag zunächst mehrere Vororte von Kiew besuchte, in denen russische Soldaten nach ukrainischen Angaben Kriegsverbrechen begangen hatten.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat am Dienstag den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau getroffen.

20min

Bei seiner Pressekonferenz mit Selenski räumte Guterres ein, der UN-Sicherheitsrat habe nicht «alles in seiner Macht Stehende getan, um diesen Krieg zu verhindern und zu beenden». Dies sei «Quelle grosser Enttäuschung, Frustration und Wut».

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(DPA/job)

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