Aktualisiert 09.12.2007 22:44

Russland will mehr Zeit für Kosovo-Verhandlungen

Im Streit über die Zukunft der südserbischen Provinz Kosovo hat Russland vor «künstlichen» Fristen gewarnt. Vor allem wenn sie von Aussenstehenden auferlegt würden, seien sie kontraproduktiv, sagte Aussenminister Sergej Lawrow.

Sein Land halte an dem Standpunkt fest, dass Serben und Kosovo- Albanern mehr Zeit gegeben werden müsse, eine Einigung zu finden, sagte der Aussenminister am Sonntag während eines Besuches auf Zypern. Eine einseitige Unabhängigkeitserklärung berge viele Risiken in sich und untergrabe zudem das Völkerrecht, fügte er an.

Die von UNO-Chef Ban Ki Moon gesetzte Verhandlungsfrist für eine Lösung im Kosovo-Streit läuft an diesem Montag aus. Bereits am Freitag hatte die Vermittler-Troika aus EU, den USA und Russland ihren Abschlussbericht an die Vereinten Nationen übergeben.

Mit Verweis auf die festgefahrenen Positionen der Konfliktparteien verzichtete die Troika darin auf konkrete Lösungsvorschläge. Nun liegt das Thema im UNO-Sicherheitsrat, der sich am 19. Dezember damit befassen soll.

Die Kosovo-Albaner haben angekündigt, sich binnen weniger Wochen einseitig für unabhängig zu erklären. Sie dürften dabei vom Westen unterstützt werden. Serbien lehnt eine Unabhängigkeit der Provinz ab und bekommt dabei Rückendeckung von Russland.

(sda)

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