Aktualisiert 17.01.2015 00:34

Moody's Bewertung

Russlands Bonität eine Stufe über Ramsch

Die Ratingagentur Moody's hat Russlands Bonität herabgestuft. Ölpreisverfall und ein grosser Wertverlust des Rubels machen die Anleihen zu quasi Ramsch-Papieren.

Börsenhändler an der Moskauer Börse.

Börsenhändler an der Moskauer Börse.

Als letzte grosse Ratingagentur hat Moody's die Kreditwürdigkeit Russlands herabgestuft. Die Bonität werde nur noch mit «Baa3» bewertet – eine Stufe über dem sogenannten «Ramsch«-Niveau, teilte die US-Agentur am Freitagabend mit.

Ab diesem Bereich gelten Anleihen als spekulativ, weshalb viele Investoren auf ein Engagement verzichten. Eine weitere Abstufung wurde von der Agentur angedroht. Das Land wird derzeit bei den anderen beiden grossen Ratingagenturen jeweils mit «BBB-» bewertet.

Zur Begründung hiess es, dass der spürbare Ölpreisverfall und die Verwerfungen am Devisenmarkt die ohnehin unterdurchschnittlichen mittelfristigen Wachstumsperspektiven weiter beschädigten. Auch die Sanktionen des Westens machen Russland zu schaffen. Der Rubel verlor im vergangenen Jahr rund 40 Prozent an Wert zum Dollar.

Griechenland-Ausblick gesenkt

Gut eine Woche vor der Parlamentswahl senkte die US-Agentur Fitch zudem den Ausblick für Griechenland von «stabil» auf «negativ». Damit wird eine Abstufung der Kreditwürdigkeit, die mit «B» bereits im spekulativen Bereich liegt, wahrscheinlicher.

Die derzeitige Phase politischer Unsicherheit habe die Risiken für die griechische Kreditwürdigkeit verstärkt, hiess es zur Begründung. (sda)

Gazprom-Marketing zurück in Russland

Der russische Gaskonzern Gazprom verlagert einem Medienbericht zufolge seine Energie-Handelstochter von London nach St. Petersburg. Hintergrund sollen unter anderen die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise sein.

Den Mitarbeitern von Gazprom Marketing and Trading sei mitgeteilt worden, dass sich die Strafmassnahmen auf das Geschäft ausgewirkt hätten, berichtet die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein Sprecher der Sparte wollte den Bericht nicht kommentieren.

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