Aktualisiert 23.04.2014 07:56

Putins ElitesoldatenRusslands Soldaten haben die beste Ausrüstung

Westlichen Militärs bereitet die überlegene Ausrüstung der russischen Elitesoldaten Sorgen. Gerade die ukrainische Armee ist gegen sie chancenlos.

von
sut

US-Vizepräsident Joe Biden hat auf seiner Reise nach Kiew der neuen ukrainischen Regierung nicht-tödliche Militärhilfe im Umfang von acht Millionen Dollar versprochen. Die USA wollen unter anderem Essensrationen liefern, Walkie-Talkies, Fahrzeuge und Gerät zur Entfernung von Explosivkörpern. Dazu könnten Militärexperten sagen: «Viel Glück!»

Der heruntergekommenen ukrainischen Armee stehen nämlich bis an die Zähne bewaffnete russische Soldaten gegenüber. Zum Erstaunen westlicher Beobachter ist die Ausrüstung von Putins Kämpfern in den letzten Jahren markant verbessert worden – so sehr, dass auch Nato-Soldaten gegen sie nur mit Mühe bestehen könnten.

«Putin ist in voller Fahrt»

Nach einem Bericht der «Washington Times» glänzen Putins Truppen unter anderem mit einer überlegenen Körperpanzerung, mit besonders tödlicher Munition und innovativem Kommunikationsgerät. General Robert Scales, ein Waffenexperte der US Army, gibt sich schwer beeindruckt von dem, was ihm gezeigt wurde. «Putin ist in voller Fahrt», sagte er der «Times». «Die Filme, die wir gesehen haben, haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass seine Pfeile nach oben zeigen, während unsere traurig nach unten weisen.»

Die Helme und kugelsicheren Westen der Russen seien das Beste, was es im Moment gebe, glaubt auch Scott Traudt von Green Mountain, einem Waffenhersteller in Vermont. «Ihre Helme sind besser als unsere Helme. Ihr ist besser als unser Körperpanzer. Sie machen viel richtig. Ich bin ziemlich verblüfft.»

Westen aus Titan und Keramik

Der Körperschutz ist in einer direkten Konfrontation zwischen Soldaten entscheidend. Laut «Times» sind die russischen Harnische vom Typ 6B43 aus Titan und harter Karbid-Boron-Keramik gefertigt. Sie widerstehen der üblichen Nato-Munition mit einem Kaliber von 5,56 Millimeter. Umgekehrt könne die Körperpanzerung westlicher Armeen dem Beschuss aus russischen Waffen nicht vollständig standhalten, sagt General Scales.

Das treffe vor allem zu, wenn die Russen ihre AK-74-Gewehre mit 5,45 Millimeter «Stahlkern»-Munition laden. Diese Munition gilt als derart durchschlagsstark, dass ihr Import von der US-Waffenbehörde «Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives» verboten wurde. Laut Scales ist sie «extrem tödlich gegen irgend eine Art von Körperpanzer».

Kommunikation via Uniformkragen

Innovativ sind die in die Uniformen integrierten Funksysteme der russischen Streitkräfte. «Das ist echt neu», sagte der Waffenexperte Jacob Kipp zur «Times». Mit dem Gerät im Kragen der Uniform könne ein Soldat freihändig kommunizieren. «Es gibt auch eine Helmversion», sagt er. «Mit ihr kommt man ohne Handsignale aus, wenn man Leute herumdirigieren muss.»

Die neue Ausrüstung ist die Frucht einer langjährigen Anstrengung Wladimir Putins. Der russische Präsident gilt als Waffennarr und testet alle neuen Waffen selbst aus. Das Militärbudget Russlands ist mit 70 Milliarden Dollar inzwischen das dritthöchste der Welt.

Nur für Elitetruppen

Die Nato-Militärführung beruhigt, dass nur ein kleiner Teil der russischen Streitkräfte so modern ausgerüstet ist. In Genuss der besten Waffen und kugelsicheren Westen kommen vorab die «Spetsnaz»-Elitetruppen, die bloss 30'000 Mann der insgesamt 860'000 Soldaten starken Armee ausmachen. Zudem hätten Russlands Streitkräfte zum Beispiel den amerikanischen Apache-Angriffshelikoptern nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen, schreibt die «Times».

Für die Ukraine und ihre viel kleinere, von Geldmangel gezeichnete Armee ist das jedoch kein Trost. Wie der frühere Nato-Oberkommandierende Wesley Clark und der Ex-Pentagonberater Phillip Karber nach einer Reise unlängst festgestellt haben, braucht die ukrainische Armee dringend amerikanische Körperpanzer, Nachtsichtgeräte, Funkgeräte und Flugbenzin. In den bisherigen Zusicherungen des Westens ist von all dem praktisch nichts zu finden.

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