26.01.2020 08:02

Pendler-PalästeRusslands U-Bahnhöfe gleichen Kathedralen

Tief im Untergrund von Moskau oder St. Petersburg liegen die «Paläste fürs Volk»: Russlands Metro-Stationen gelten als die schönsten der Welt.

von
hüt
26.1.2020
Komsomolskaja, Moskau, eröffnet 1952In Moskau liegen viele der schönsten Metro-Stationen an der Ringlinie (Nr. 5). Die wohl meistfotografierte ist Komsomolskaja mit ihren mächtigen Kronleuchtern, den weissen Stuckverzierungen und Marmorsäulen.

Komsomolskaja, Moskau, eröffnet 1952In Moskau liegen viele der schönsten Metro-Stationen an der Ringlinie (Nr. 5). Die wohl meistfotografierte ist Komsomolskaja mit ihren mächtigen Kronleuchtern, den weissen Stuckverzierungen und Marmorsäulen.

Scaliger
Kiewskaja, Moskau, eröffnet 1954Namensgebend ist der Kiewer Bahnhof, der sich oberhalb der Station befindet und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Verbindungen in die Ukraine ist.

Kiewskaja, Moskau, eröffnet 1954Namensgebend ist der Kiewer Bahnhof, der sich oberhalb der Station befindet und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Verbindungen in die Ukraine ist.

AP/Alexander Zemlianichenko
Kiewskaja, Moskau, eröffnet 1954Zahlreiche Gemälde erzählen von der russisch-ukrainischen Vergangenheit.

Kiewskaja, Moskau, eröffnet 1954Zahlreiche Gemälde erzählen von der russisch-ukrainischen Vergangenheit.

Tanyasid

U-Bahn fahren ist bei den meisten Städtereisen vielleicht Mittel zum Zweck, aber kein Highlight per se. Ganz anders verhält sich das in Moskau oder St. Petersburg. Die Metro-Stationen aus der Zeit der Sowjetunion gleichen prunkvollen Kathedralen. Riesige Kronleuchter hängen von den Stuckdecken, Säulen sind mit Marmor verkleidet, umwerfende Mosaike geben Szenerien der russischen Geschichte wieder. Eigentlich sollte man im Cocktailkleid oder Anzug von A nach B fahren, um der opulenten Architektur gerecht zu werden.

Der Diktator Josef Stalin trieb den Bau der Untergrundbahn in den 1930er-Jahren voran, mit dem Ziel, die beste und schönste Metro der Welt zu besitzen. Die Linien und ihre Bahnhöfe waren Prestigeobjekt und Propagandafläche zugleich: Die Sowjetregierung wollte an den Orten, die täglich Millionen von Menschen passierten, den Fortschritt und die Überlegenheit des Kommunismus demonstrieren.

Sightseeing im Untergrund

Die Metro in Moskau wird heute täglich von bis zu neun Millionen Fahrgästen genutzt, diejenige in St. Petersburg von etwa zwei Millionen. Neben den Pendlern besuchen auch viele Touristen die Stationen: Die unterirdischen Paläste sind zu einer Sehenswürdigkeit geworden.

Touranbieter-Tipp

Bei Urban Adventures führen englischsprechende, junge Locals die Touren durch. In drei Stunden zeigen sie die schönsten Metro-Stationen von Moskau, erklären Architektur und Propaganda, und erzählen vom Leben in der Sowjetzeit.

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