Aktualisiert 16.08.2012 14:47

Böse Vermutung

Ryanair fliegt mit zu wenig Sprit im Tank

Innert weniger Tage musste Ryanair gleich dreimal wegen fast leerer Tanks notlanden. Kritiker vermuten: Um Kosten zu sparen, übt der Billigflieger Druck auf die Piloten aus, mit möglichst wenig Sprit zu fliegen.

Treibstoff ist bei Billigfliegern einer der grössten Kostenfaktorn.

Treibstoff ist bei Billigfliegern einer der grössten Kostenfaktorn.

Nach drei Notlandungen wegen fast leerer Tanks von Ryanair-Maschinen in Spanien üben deutsche Piloten Kritik an den Fluggesellschaften. Viele Airlines übten Druck auf die Piloten aus, möglichst wenig Treibstoff zu tanken, sagte der Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

«Treibstoff ist der grösste Kostenfaktor, gerade bei Billigfliegern», sagte Sprecher Jörg Handwerg am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Darum versuchten die Fluggesellschaften, möglichst wenig Kerosin zu tanken. Bei Ryanair würden die 20 Prozent der Piloten mit dem höchsten Treibstoff-Verbrauch bei der Airline «psychologisch unter Druck gesetzt», sagte der Sprecher.

In Spanien hatte das Verkehrsministerium am Dienstag erklärt, die Behörden ermittelten nach einer Anzeige des Flughafen-Betreibers AENA gegen Ryanair. Es geht dabei um drei Maschinen des Billigfliegers, die Ende Juli wegen schlechten Wetters von Madrid nach Valencia umgeleitet wurden. Dort beantragen die Maschinen eine vorzeitige Landung, da ihr Treibstoff knapp sei.

Spanische Konsumentenschützer reichten daraufhin Klage gegen den irischen Billigflieger ein. Der Konsumentenschutz-Verband CEACCU fordert eine Strafe von 4,5 Millionen Euro und den Entzug der Betriebserlaubnis für drei Jahre.

Noch Kerosin für 30 Minuten

Ryanair-Sprecher Stephen McNamara erklärte am Donnerstag, die Fluggesellschaft unterstütze die «Untersuchungen zu den drei Notlandungen in Valencia» und sei stets bereit, mit den Behörden zu kooperieren. Ein Ryanair-Sprecher in Spanien hatte auf Anfrage betont, es habe sich nicht um Notlandungen gehandelt, sondern um «normale Landungen».

Die betroffenen Maschinen hatten den Angaben zufolge noch jeweils Kerosin für 30 Minuten Flugzeit, als sie die vorzeitige Landung beantragten. Zuvor hätten die Flugzeuge jeweils rund eine Stunde über Valencia gekreist. Alle Ryanair-Maschinen flögen mit den vorgeschriebenen Mengen Treibstoff, erklärte die Fluggesellschaft.

(sda)

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