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Ryanair muss Schadensersatz zahlen

Wegen Diskriminierung des gelähmten Bob Ross (Bild) ist die Billigfluggesellschaft Ryanair zur Zahlung von 1.336 Pfund (1.950 Euro) Schadensersatz verurteilt worden.

Ryanair hatte sich geweigert, Ross am Flughafen Stansted nördlich von London einen kostenlosen Rollstuhl für den Transport zum Flugzeug zur Verfügung zu stellen. Die Kommission für die Rechte Behinderter reichte daraufhin Klage ein. Die Fluggesellschaft kündigte Berufung gegen das Urteil vom Freitag an.

Der an Gehirnlähmung leidende Bob Ross musste bei seinem Abflug von Stansted sowie bei der Rückkehr aus Frankreich jeweils 18 Pfund für die Benutzung des Rollstuhls entrichten - fast doppelt so viel wie der Preis seines Flugtickets. Ryanair begründete die Gebühr damit, dass die Ticketpreise niedrig gehalten werden sollten. Da Ross nicht im Rollstuhl gereist sei, sondern diesen lediglich im Flughafengebäude benutzt habe, obliege es den Behörden von Stansted Airport, für die Kosten aufzukommen.

Bis zur gerichtlichen Klärung im Berufungsverfahren will Ryanair nun auf seine Flüge von und nach Stansted, Gatwick, Dublin und Shannon eine Zusatzgebühr von 50 Pence pro Flugticket erheben, um die Benutzung von Rollstühlen abzudecken. Dies seien die einzigen vier von Ryanair angeflogenen Flughäfen, die keine kostenlose Beförderung für Behinderte im Terminal anböten, hiess es in der Erklärung der Gesellschaft. Die Sondergebühr werde bei einem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens wieder zurückgenommen.

Der Vorsitzende der Kommission für die Rechte Behinderter, Bert Massie, erklärte, es sei kaum zu glauben, dass ein Unternehmen mit einem Jahresgewinn von 165 Millionen Pfund so kleinlich sein könne. Die Kommission fordert von Ryanair noch Schadensersatz für 35 weitere Behinderte, die sich ebenfalls über die Rollstuhlgebühr beschwert haben. Wenn die Fluggesellschaft nicht zahle, müsse sie mit einer Sammelklage rechnen. (dapd)

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