Aktualisiert 16.02.2004 07:21

Rybkin doch entführt?

Der unter rätselhaften Umständen verschwundene und dann wieder aufgetauchte russische Präsidentschaftsbewerber Iwan Rybkin ist nach eigenen Angaben von Entführern in die Ukraine gelockt und unter Drogen gesetzt worden.

Er sei im Glauben in die Ukraine gefahren, dass er dort den tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow zu Friedensverhandlungen treffen werde, sagte Rybkin am Freitag in London.

Bei seiner Ankunft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am 6. Februar sei er in eine Wohnung gefahren worden, wo er auf Maschadow warten sollte. «Ich habe Tee getrunken und einige Sandwiches gegessen, und plötzlich fühlte ich mich sehr schläfrig», berichtete Rybkin.

Nach einer unbestimmten Zeit sei er in einer völlig unbekannten Wohnung wieder aufgewacht. Er sei insgesamt vier Tage bewusstlos gewesen und dann mit dem Flugzeug nach Moskau zurückgebracht worden.

Zuvor hatte Rybkin erklärt, er halte an seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl fest. Der 57-jährige Politiker teilte dies nach Beratungen mit seinem im Londoner Exil lebenden Förderer, dem Milliardär Boris Beresowski, mit.

Rybkin war am Donnerstag vergangener Woche spurlos verschwunden und hatte sich erst am Dienstag telefonisch bei seinem Wahlkampfteam gemeldet. Zunächst gab er an, er habe sich «ein wenig Erholung gönnen» wollen und Freunde in Kiew besucht.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.