Pendler-Ärger: S-Bahn verspätet wie seit 10 Jahren nicht mehr
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Pendler-ÄrgerS-Bahn verspätet wie seit 10 Jahren nicht mehr

Viele Baustellen, Stellwerkanpassungen, Kapazitätsprobleme in vier grossen Bahnhöfen: Die Zürcher S-Bahn verkehrte seit 2003 nie mehr so unpünktlich wie im vergangenen Jahr.

von
rom

Über 1,5 Millionen Franken musste die SBB vergangenes Jahr dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) bezahlen, weil sie dessen Pünktlichkeitsvorgaben nicht erfüllen konnte. Vor allem im Sommer harzte es auf vielen Linien. Laut «Schweiz am Sonntag» zeigen Dokumente der SBB nun, dass die Zürcher S-Bahn 2013 gar so unpünktlich war wie seit zehn Jahren nicht mehr. Gleich sieben Linien erreichten den schlechtesten Wert seit 2003.

Die ZVV-Vorgaben sind nicht mit den Pünktlichkeitsmessungen der SBB vergleichbar. Als verspätet gilt ein Zug, wenn er den Endbahnhof mit weniger als sechs Minuten Verspätung erreicht. Normalerweise gilt bei der SBB die Drei-Minuten-Regel. Eine Linie erreicht ihr Ziel, wenn 95 Prozent aller Züge in den Stosszeiten und in der jeweils besser ausgelasteten Richtung die Vorgaben erreichen. Vier Linien (S5, S6, S9 und S14) erfüllten die 95-Prozent-Regel gemäss den SBB-Dokumenten 2013 nicht. Zum Vergleich: 2012 waren es nur zwei Linien und von 2007 bis 2011 eine oder sogar keine Linie.

Neu gibts einen Flottenmanager

Laut SBB-Sprecherin Lea Meyer haben die Zahlen «keine Messrelevanz». Die absolute Anzahl der Züge sei nicht berücksichtigt worden, die Werte stimmten nicht mit der ZVV-Messung überein. Weiter wollte sie die Dokumente gegenüber der «Schweiz am Sonntag» nicht kommentieren. Nur soviel: Seit September sei die Zürcher S-Bahn wieder deutlich pünktlicher unterwegs. Stellwerkanpassungen würden nicht mehr zu Stosszeiten durchgeführt. die Anzahl der Baustellen sei gesunken, auch würden bauliche Massnahmen besser koordiniert. Zudem kümmert sich neu ein operativer Flottenmanager um die Verfügbarkeit des Rollmaterials.

Nachholbedarf ortet die SBB zudem bei den Schienen, wie dem diese Woche veröffentlichten Netzzustandsbericht zu entnehmen war. Ein weiteres Problem im Raum Zürich seien zudem die Kapazitätsengpässe in den Bahnhöfen Stettbach, Stadelhofen, HB und Hardbrücke. Diese sorgten für «Unpünktlichkeit wegen zu langer Haltezeiten». Immerhin soll sich die Situation mit der Teileröffnung der Durchmesserlinie Mitte Juni verbessern.

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