11.02.2020 15:14

Zwischenbilanz

Sabine sorgt für Tausende Schadensmeldungen

Sturmtief Sabine hat in der ganzen Schweiz Schäden angerichtet. Die Einsatzkräfte ziehen eine vorläufige Bilanz.

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Nach Sabine folgte am Donnerstag das Sturmtief Tomris.

Nach Sabine folgte am Donnerstag das Sturmtief Tomris.

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Wegen des Sturms lag ein umgeknickter Baum auf der Strasse.

Wegen des Sturms lag ein umgeknickter Baum auf der Strasse.

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Zudem regnete es am Donnerstag sehr stark.

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Region Zürich

In der Einsatzleitzentrale von Schutz und Rettung Zürich sind seit Beginn des Sturms bis am Dienstag um 10 Uhr über 400 Feuerwehreinsätze disponiert worden. «In der Stadt ist die Feuerwehr über 45-mal ausgerückt», sagt Sprecherin Eliane Schlegel. Grund seien mehrheitlich abgebrochene Äste, umgefallene Bäume, die Sicherung von Gütern und abgedeckten Dächern. In dieser Zeit wurden insgesamt über 2000 Anrufe verarbeitet. «Das ist mehr als doppelt so viel wie sonst.»

Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich rechnet mit 3000 Schadensmeldungen mit einer Gesamtsumme von fünf bis sechs Millionen Franken. Bis am Dienstagmittag sind ungefähr 600 Schäden gemeldet worden, weitere Meldungen kommen laufend dazu.

Bei der Kantonspolizei Aargau sind schätzungsweise 120 Einsätze disponiert worden und 80 Feuerwehren im Einsatz gestanden, wie Sprecher Roland Pfister sagt. Die letzte Meldung sei um 8 Uhr eingegangen. Gravierende Vorfälle habe es im Kanton Aargau aber nicht gegeben. Bei der Aargauischen Gebäudeversicherung sind bisher 750 Meldungen über Schäden eingegangen, laufend kommen neue Meldungen dazu. Das entspricht laut einer Sprecherin etwa einer Schadenssumme von 1,4 Millionen Franken.

Der Sturm hat auch im Kanton Schaffhausen Spuren hinterlassen. Seit Montag sind bei der Schaffhauser Polizei über 40 Meldungen über umgestürzte Bäume, verdrehte Lichtsignalanlagen sowie umgekippte Baustellenabschrankungen eingegangen.

Zentralschweiz

In der Nacht auf Dienstag mussten die Stützpunktfeuerwehr Einsiedeln, die Feuerwehr Stützpunkt Schwyz und die Feuerwehr Oberiberg rund «ein halbes Dutzend» Mal ausrücken. Dies wegen umgestürzten Bäumen und Baustelleneinrichtungen in Ibach, Willerzell, Rickenbach, Brunnen und Oberiberg SZ.

Wie die Luzerner Polizei mitteilte, sind in der Nacht auf Dienstag weitere 23 Meldungen bezüglich des Sturmtiefs Sabine eingegangen. Am Montagabend um etwa 22.10 Uhr fuhr ein Autofahrer von St. Erhard in Richtung Sursee, als im Surseewald eine Tanne umkippte. Sie «fiel unmittelbar vor den herannahenden Personenwagen», wie die Polizei mitteilte. Das Auto prallte in der Folge in den Baum, kippte und kam auf der Seite zum Liegen. Der Fahrer wurde mit der Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gebracht.

An mehreren Orten im Versorgungsgebiet des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) kam es zu Stromunterbrüchen und Schäden an Stromleitungen. In der Gemeinde Dallenwil seien am meisten Kunden betroffen gewesen. Auch in der Gemeinde Ennetmoos waren zwei Leitungen betroffen. Dabei kam es in beiden Fällen zu Bränden an einem Leitungsmast und im Wald. Diese konnten durch die Feuerwehr gelöscht werden.

Um 22.30 Uhr ging bei der Feuerwehr Buochs/Ennetbürgen eine Meldung ein, dass ein Dach an der Seebuchstrasse abgedeckt worden sei. Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwehr erneut aufgeboten, weil ein grosses Balkonfenster eingedrückt worden war.

Von Montag auf Dienstag sind bei der Einsatzleitzentrale der Kapo Uri fünf Notrufe eingegangen. Es handelte sich dabei um umgestürzte Bäume oder Verkehrseinrichtungen. Die Bahnlinie Andermatt–Realp ist aufgrund einer Fahrleitungsstörung blockiert. Wegen starkem Wind kann auch die Bahnlinie Autoverlad Andermatt–Sedrun nicht befahren werden, genauso wie die Strecke Andermatt–Tschamut–Selva.

In der Nacht auf Dienstag wurden der Kantonalen Notrufzentrale Glarus mehrere Sturmschäden gemeldet. In Linthal beschädigte der Wind das Dach eines Wohnhauses. In Ennenda wurde die Wand eines Schopfes eingedrückt, sodass dieser einzustürzen drohte. Die Feuerwehr sicherte das Gebäude.

Region Basel

In den beiden Basel hat Sturmtief Sabine keine grösseren Schäden hinterlassen. Bis am Dienstag sind bei der Kantonspolizei Basel-Landschaft circa 65 Meldungen eingegangen. «Die Feuerwehren haben hier ganze Arbeit geleistet», sagt Polizeisprecher Adrian Gaugler.

Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung verzeichnet laut CEO Sven Cattelan rund 750 Fälle im Baselbiet. «Wir schätzen den entstandenen Schaden auf über drei Millionen Franken», sagt er gegenüber 20 Minuten.

Im Kanton Basel-Stadt habe Sabine die Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt seit Montagabend noch mit einer guten Handvoll Einsätzen beschäftigt, erklärte Martin Schütz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt auf Anfrage.

Der Gebäuderversicherung Basel-Stadt wurden bisher etwa 100 Schäden gemeldet – mit einer aktuellen Schadenssumme von rund 500000 Franken. Peter Blumer, Direktor der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, rechnet aber insgesamt mit «bis zu 300 Meldungen und einer Schadenssumme von bis zu zwei Millionen Franken».

Ostschweiz

Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist keine einzige Schadensmeldung eingetroffen. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, die Feuerwehr und die Kantonale Notrufzentrale seien immer noch ständig beschäftigt. Derzeit gibt es noch keine genaue Anzahl Schadensmeldungen.

Bei der Kantonspolizei Thurgau sind zwischen Montagmorgen und Dienstagvormittag rund 130 Schadensmeldungen eingegangen. Autos wurden beschädigt und Strassen sind teils noch gesperrt.

Die Bilanz der Kantonspolizei St. Gallen ist noch unklar. Bei der Stadtpolizei St. Gallen sind am Montag 27 Meldungen bei der Einsatzzentrale eingegangen. Zeitweise mussten Strassen gesperrt werden und Autos wurden durch herumfliegende Gegenstände beschädigt.

Mittelland

Im Kanton Bern sind seit Sonntag rund 230 Unwettermeldungen bei der Kantonspolizei eingegangen. In den meisten Fällen handelte es sich bei den Meldungen um umgestürzte Bäume, aber auch beschädigte Dächer wurden öfter gemeldet. Auch die Kapo Solothurn hatte alle Hände voll zu tun: 80 Meldungen gingen dort ein. Im Kanton Freiburg wurde wegen des Sturms ein Todesopfer beklagt. Wegen des starken Windes kollidierten zwei Fahrzeuge, dabei verlor ein 35-Jähriger sein Leben.

Wallis

Gemächlicher ging es im Kanton Wallis zu: In 30 Fällen musste die Polizei wegen des Sturmtiefs ausrücken. Auch hier handelte es sich bei den meisten Meldungen um umgestürzte Bäume und Äste, welche die Fahrbahn versperrten. In einzelnen Gemeinden sei es kurzzeitig zu Stromausfällen gekommen. (20 Minuten)

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