Sabo in Kleinlützel weiterhin willkommen
Aktualisiert

Sabo in Kleinlützel weiterhin willkommen

Der Röschenzer Pfarrer Franz Sabo ist in der Solothurner Nachbargemeinde Kleinlützel weiterhin willkommen, auch wenn die Kirchgemeinde einen Anstellungsbeschluss aufgehoben hat.

Die Kirchgemeinde widerspricht zudem einem Regierungsgutachten, wonach die Anstellung Sabos verfassungswidrig sein soll.

Da der römisch-katholische Kirchgemeinderat von Kleinlützel den Beschluss über die aushilfsweise Anstellung Sabos vom 23. November 2006 aufgehoben habe, sei das Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat erledigt, teilte die Solothurner Staatskanzlei am Mittwoch mit. Regierungsrat Klaus Fischer habe am Vortag die Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrates und die Regierung über die «Wende im Beschwerdeverfahren» informiert.

Die Regierung veröffentlichte zugleich das zum Verfahren eingeholte Rechtsgutachten von Professor Andreas Thier. Der Kirchenrechtler der Universität Zürich stellt dabei fest, dass Sabo grundsätzlich keine Missio canonica benötige, um fallweise als Aushilfsprediger in Kleinlützel tätig zu sein. Als geweihter Prieser sei er befähigt, Eucharistie zu spenden, zu taufen und zu predigen. Diese gottesdienstliche Tätigkeit sei jedoch kirchenrechtswidrig, weil er damit die von Bischof Kurt Koch am 22. Oktober 2005 ausgesprochene Suspension missachte. Die Anstellung sei somit nicht mit Artikel 55 Absatz 1 der Kantonsverfassung zu vereinbaren. Diese lasse es nicht zu, «dass eine Kirchgemeinde einen Seelsorger zu einem Handeln anstellt, das gegen die Regeln des kanonischen Rechts verstösst».

Der Kirchgemeinderat von Kleinlützel teilte bereits mit Blick auf die Abschreibung der Beschwerde mit, dass Sabo weiterhin in Kleinlützel tätig sein könne. Denn das Arbeitsverhältnis mit ihm sei nie gekündigt worden, und er sei seit langem und ununterbrochen in Kleinlützel angestellt. Der Beschluss vom 23. November 2006 habe nur die monatliche Berufung betroffen und sei bei näherer Betrachtung als Voraussetzung für Sabos Tätigkeit in Kleinlützel gar nie nötig gewesen. Der Kirchgemeinderat bestreitet zudem, dass Kleinlützel mit der Beschäftigung Sabos innerkirchliches Recht und damit die Kantonsverfassung verletze. Die Suspension Sabos sei nämlich gar nie gültig geworden, da ihm das ausdrücklich garantierte Anhörungs- und Verteidigungsrecht nicht gewährt worden sei. Dies sei Professor Thier in seinem Gutachten offensichtlich entgangen, schreibt der Kirchgemeinderat. (dapd)

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