Aktualisiert 15.12.2010 14:21

Leerer StuhlSacharow-Preis an Fariñas verliehen

Dem kubanischen Dissidenten Guillermo Fariñas ist in Abwesenheit der Sacharow-Preis des EU-Parlaments verliehen worden. Der Stuhl des Preisträgers blieb in Strassburg leer - bedeckt mit einer kubanischen Flagge.

Guillermo Fariñas zu Hause in Santa Clara, Kuba.

Guillermo Fariñas zu Hause in Santa Clara, Kuba.

Parlamentspräsident Jerzy Buzek forderte die kubanische Regierung auf, alle politischen Häftlinge freizulassen. Er wünschte Fariñas viel Erfolg in seinem Kampf für die Freiheit. Dann wurde eine Ton- Botschaft des Dissidenten übertragen.

In der Botschaft an das Parlament kritisierte Fariñas die kubanische Regierung. Wie früher die Sklaven eine «Carta de Libertada», benötigten die Kubaner noch immer eine Genehmigung, ihr Land verlassen zu dürfen. Geändert habe sich nur der Name, heute heisse die Ausreiseerlaubnis «Carta Blanca».

Fidel Castro wieder am TV

Dem Preisträger verweigerte die kubanische Regierung diese «Carta Blanca» - weil angeblich keine offizielle Einladung des Parlaments in Havanna eingetroffen war. Der Psychologe und Journalist Fariñas wurde in diesem Jahr mit seinem Hungerstreik für die Freilassung politischer Häftlinge in Kuba bekannt.

Das Europa-Parlament vergibt den mit 50'000 Euro dotierten Preis «für die geistige Freiheit» seit 1988. Benannt ist er nach dem sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow (1921-1989). Der Preis wird an Menschen und Organisationen verliehen, die sich besonders mutig für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen.

Fariñas ist bereits der dritte kubanische Preisträger. Vor ihm wurden 2002 der Dissident Oswaldo Paya und 2005 die für die Freilassung ihrer inhaftierten Männer und Söhne kämpfenden «Weissen Damen» mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet. (sda)

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