Urs Meier: «Sachen wie die mit Mario sind nicht förderlich»
Aktualisiert

Urs Meier«Sachen wie die mit Mario sind nicht förderlich»

Der FC Zürich leidet an einer akuten Heimschwäche. Nur Aarau und Lausanne weisen vor Heimpublikum eine noch schlechtere Bilanz aus.

von
Eva Tedesco

FCZ-Trainer Urs Meier zu der miserablen Heimbilanz seiner Mannschaft. (Video: 20 Minuten)

Die Niederlage gegen Luzern war die dritte Pleite des FCZ im fünften Heimspiel. «Mit dieser Bilanz können wir kein Ruhmesblatt schmücken. Da muss die Mannschaft auch selbstkritisch genug sein und das wird sie auch zu hören bekommen», sagt Trainer Urs Meier.

Die Bilanz des Grauens: Der letzte Heimsieg ist elf Wochen her und datiert vom 14. Juli. Der FCZ besiegte Thun in der ersten Runde 3:2. 1:3, 0:0, 1:2 lauteten die Resultate danach im Letzigrund. Mit vier Punkten aus fünf Begegnungen vor heimischem Publikum in der laufenden Meisterschaft ist der FCZ das SL-Team mit der drittschlechtesten Heimbilanz: Lediglich Aarau mit drei Punkten (vier Spiele) und Lausanne mit einem Zähler (trifft am Sonntag im 5. Heimspiel der Saison auf den FCB) weisen zu Hause miserablere Zahlen aus.

Der Heimvorteil ist für den FCZ ein Fremdwort

Das Wort Heimvorteil gehört offensichtlich nicht zum Repertoire der Zürcher. «Wir tun uns in der Offensive schwer. Die Leichtigkeit des Toreschiessens ist diese Saison nicht mehr vorhanden – vor allem zuhause müssen wir schauen, dass wir das besser hinkriegen», so der FCZ-Trainer nach der dritten Heimpleite und der zweiten in Folge. «Fahrlässig war gegen Luzern insbesondere, dass wir das Geschenk, das wir kurz vor der Pause erhalten, nicht angenommen haben. Unsere Gegner nehmen Geschenke immer gerne an.»

Auswärts schlägt der FCZ YB 1:0, fügt Basel im eigenen Stadion eine 1:2-Niederlage zu und hat von bisher 12 möglichen Punkten auf fremdem Terrain deren 10 nach Zürich entführt. Wieso klappt es im Letzigrund nicht? Meier: «Das ist einfach zu erklären: Auswärts muss die Mannschaft mehr machen, weil der Gegner nicht auf Fehler von uns warten kann. Zu Hause kann man auf unsere Fehler lauern. Und ich muss auch sagen, jeder Fehler, den wir machen, wird bestraft. Dann muss man einem Rückstand nachlaufen gegen Gegner, die dann noch kompakter, noch tiefer stehen. Was uns in der Rückrunde in Heimspielen ausgezeichnet hat, war, dass wir immer in Führung gegangen sind und der Gegner aufmachen musste und wir Platz zum Kombinieren hatten. Dieser Raum ist nun nicht da und das macht es auch so schwierig.»

Niederlagen-Serie drückt aufs Gemüt

Eine Serie von Niederlagen erschwere die ganze Situation zusätzlich, den nun komme auch der Kopf dazu. «Aber wir haben schon andere Tiefen durchlebt«, sagt Meier. «Diese negative Serie hat uns nicht um und wird auch irgendwann ein Ende haben.» Vielleicht sogar im nächsten Heimspiel am 29. Oktober gegen den FCB?

Schon bei der letzten Begegnung am 11. August wagte niemand, auch nur einen Rappen auf einen Zürcher Sieg zu setzen. Kommt mit einem wiederholten Sieg gegen den Meister die Wende? Meier: «Erst müssen wir uns mit Aarau befassen, jenem Gegner, der uns zuletzt auch eine Heim-Niederlage zugefügt hat und damit, dass wir den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze nicht vollends verpassen.»

Turbulenzen und suspendierter Gavranovic

Und dann wieder mit dem suspendierten Nationalspieler Mario Gavranovic, der der «ratlosen Offensive» (Zitat Meier) Inspiration geben könnte – sofern er nicht gerade auf einem Egotrip ist? «Solche Sachen, wie die mit Mario, sind sicherlich nicht förderlich für die Mannschaft. Die Spieler machen sich auch Gedanken über einen Mitspieler, der nicht mehr um sie herum ist. Solche Angelegenheiten sind weder positiv noch förderlich für eine Spielvorbereitung, aber das soll nicht als Ausrede gelten. Es sind elf beziehungsweise vierzehn Spieler auf dem Platz gestanden, die ein positives Resultat hätten holen können.»

Von der Anzahl Spieler bestimmt. Vielleicht auch aus der Sicht der Qualität einzelner Zürcher Protagonisten. Aber sicher nicht, wenn gemessen an der Leistung, die der FCZ gegen den FCL gezeigt hat. Am Samstagabend waren die Leuchten eine Nummer zu gross – fast wie die wärmenden Steppjacken der Ballbuben, die mindestens vier oder noch mehr Kleidergrössen zu gross waren und den Kids bis fast über die Knie reichten.

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