Bei News-Last können «sachliche Gespräche helfen, Angst und Panik zu reduzieren»
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News-Last und «Doomscrolling»«Sachliche Gespräche können helfen, Angst und Panik zu reduzieren»

Die aktuelle Flut an Negativschlagzeilen kann zu Überforderung führen. «Morning Show»-Moderatorin Andrea holte sich Expertenrat bei einem Psychoanalytiker. 

von
Melanie Biedermann
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Klimakrise, Corona und seit gut zwei Wochen nun auch noch Krieg in Europa: Für manch eine und einen sind die derzeitigen Negativschlagzeilen überwältigend.

Klimakrise, Corona und seit gut zwei Wochen nun auch noch Krieg in Europa: Für manch eine und einen sind die derzeitigen Negativschlagzeilen überwältigend.

imago images/photothek
Auch 20-Minuten-Radio-Moderatorin Andrea fühlt sich von der Wucht der Ereignisse und den Berichten dazu derzeit erschlagen. Sie will besser abschalten können.

Auch 20-Minuten-Radio-Moderatorin Andrea fühlt sich von der Wucht der Ereignisse und den Berichten dazu derzeit erschlagen. Sie will besser abschalten können.

Ella Mettler
Deswegen lud sie Psychoanalytiker und Schriftsteller Jürg Acklin zum Gespräch in die «Morning Show».

Deswegen lud sie Psychoanalytiker und Schriftsteller Jürg Acklin zum Gespräch in die «Morning Show».

PD

Darum gehts

Herr Acklin, das Erste, was ich jeden Morgen sehe, sind Negativschlagzeilen. Wie schaltet man ab, in Zeiten, in denen News zu Krieg und Krisen einem Angst machen?

Das ist gar nicht so einfach, ich habe das heute Morgen an mir selber erlebt. Man muss aufpassen, dass man sich nicht überinformiert.

Sprechen Sie vom Phänomen Doomscrolling?

Nicht nur. Beim Doomscrolling handelt es sich um eine spezifische Abhängigkeit von Negativschlagzeilen. Ein Abhängigkeitsverhältnis zu Nachrichtenanbietern ist aber per se problematisch, denn diese Plattformen müssen ja laufend neue Inhalte bringen und wenn man diese übermässig konsumiert, erhöht sich die Spannung natürlich. 

Was wäre also Ihr Rat?

Sich weiter gut zu informieren, aber in Ruhe und massvoll. Die Medien helfen uns allen, uns zu orientieren und uns eine Übersicht zu verschaffen. Extensiv konsumiert schaffen sie allerdings keine Beruhigung, sondern versetzen uns in Unruhe, im schlimmsten Fall kann die Angst sich zur Panik steigern.

Musik und News jetzt auf 20 Minuten Radio

Wie verhält man sich in einem Gespräch mit jemandem, der offensichtlich Angst oder sogar Panik verspürt?

Man sollte diese Personen nicht zusätzlich in Aufregung versetzen, sachlich bleiben und das Thema nicht hysterisch aufblasen wie etwa ein Hypochonder, der bei jedem Leberfleck an eine tödliche Krankheit denkt. In einem guten Gespräch kann man sich gegenseitig beruhigen.

Zudem finde ich es generell wichtig, während dieser Zeit der Aufruhr mit Leuten zu sprechen, die verlässlich sind, gute Freunde und Freundinnen etwa, bei denen die Vernunft Oberhand hat. Umgekehrt sollte man sich nicht von Leuten aufhetzen lassen, die einem Angst machen wollen.

Bei Angst- und Panikgefühlen sind gute Gesprächspartner und -partnerinnen gefragt. 

Bei Angst- und Panikgefühlen sind gute Gesprächspartner und -partnerinnen gefragt. 

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Updates zum Weltgeschehen, Hintergründe und die beste neue Musik gibts montags bis freitags von 5 bis 10 Uhr in der «Morning Show» mit Andrea, live bei 20 Minuten Radio.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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