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Saddam Hussein unterzeichnete Todesurteil für 148 Schiiten

Im Prozess gegen den gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein hat die Anklage am Mittwoch ein weiteres graphologisches Gutachten vorgelegt. Danach hat Saddam Hussein offenbar das Todesurteil für 148 Schiiten in der Ortschaft Dudschail unterzeichnet.

Welche Dokumente die Experten untersucht hatten, teilte Richter Rauf Abdel Rahman nicht mit. Ein Schreiben ist jedoch auf den 16. Juni 1984 datiert, den gleichen Tag, an dem laut einer früher vorgelegten Notiz die Todesstrafe für die Schiiten gebilligt wurde.

Bereits am Montag hatten Graphologen laut Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es sich bei Unterschriften auf Dokumenten im Zusammenhang mit der Verfolgung von Schiiten in Dudschail um die von Saddam Hussein handelt. Die Verteidigung forderte am Mittwoch erneut die Überprüfung der Dokumente durch ein internationales Experten-Team. Irakischen Graphologen fehle dafür die notwendige Erfahrung, sagte Anwalt Chalil al Dulaimi.

Bei Bombenanschlägen und Überfällen wurden unterdessen erneut mindestens acht Menschen getötet. Die Explosion eines Sprengsatzes im Bagdader Stadtteil Harthija kostete eine Zivilperson das Leben, elf weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Bei einer Explosion vor einem Krankenhaus im Osten der Hauptstadt gab es ein Todesopfer und vier Verletzte. Im südlichen Stadtteil Dora erschossen Bewaffnete einen Bauarbeiter, einen Mitarbeiter des Handelsministeriums und drei Angestellte eines Kraftwerks. Im Westen Bagdads wurde ein Arzt getötet, der gerade Hausbesuche machte.

Im Bagdader Vorort Rustamija entdeckte die Polizei die Leichen von fünf Irakern. Sie waren gefesselt und hatten die Augen verbunden. Bereits am Dienstagabend waren in der Hauptstadt elf Leichen gefunden worden. (dapd)

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