Aktualisiert 21.03.2006 15:07

Saddams Aussenminister war CIA-Agent

Monate vor Beginn des Irak-Kriegs hat der damalige irakische Aussenminister Nadschi Sabri offenbar den US- Geheimdienst CIA über die angeblichen Massenvernichtungswaffen in seinem Land informiert.

Sabri habe während der UNO-Vollversammlung in New York im September 2002 für kurze Zeit im Dienste der CIA gestanden und für seine Informationen 100 000 Dollar erhalten, berichtete der US- Sender NBC News am Montagabend (Ortszeit).

Er habe seine Berichte über einen «Mittelsmann» aus seinem New Yorker Hotelzimmer geliefert. Diese seien sehr viel exakter als seine Ausführungen vor der UNO-Vollversammlung und die Informationen der CIA über die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak gewesen, berichtete der Sender, der seine Quellen nicht nannte. Sabri und die CIA wollten den Bericht nicht kommentieren.

Sabri habe der CIA berichtet, dass Präsident Saddam Hussein über kein nennenswertes Programm biologischer Waffen verfüge, heisst es in dem Bericht. Saddam Hussein strebe zwar nach der Atombombe, brauche aber noch sehr viel mehr Zeit als die von der CIA geschätzten wenigen Monate dafür. Er habe aber noch Giftgas aus dem Golfkrieg übrig.

Damit hatte Sabri nach Angaben der NBC aber genausowenig Recht wie die CIA, da dieses Giftgas nach dem Einmarsch der US-Truppen nie gefunden wurde.

Sabri habe den Kontakt zum US-Geheimdienst nach mehreren Wochen abgebrochen, weil die CIA ihn mehrfach vergeblich gedrängt habe, sich in die USA abzusetzen und Saddam Hussein öffentlich abzuschwören, berichtete NBC weiter. Sabri gehörte nach der US- Invasion im April 2003 nicht zu den meistgesuchten Irakern. Er lebt heute laut NBC an einem unbekannten Ort im Nahen Osten.

(sda)

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