Saddams Scherge gesteht Schuld

Aktualisiert

Saddams Scherge gesteht Schuld

Der Prozess gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein ist heute Montag vertagt worden. Saddam Hussein wird am Mittwoch oder Donnerstag aussagen.

Das Verfahren gegen insgesamt acht Angeklagte wird am Mittwoch fortgesetzt.

Bei den jüngsten Sitzungen waren seit Sonntag die Angeklagten selbst zu Wort gekommen. Damit war der Prozess in eine neue Phase getreten. Saddam Hussein wird voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag aussagen.

Ex-Richter übernimmt Verantwortung

Am Montag übernahm ein mitangeklagter Ex-Richter die Verantwortung für das Todesurteil gegen 148 Schiiten. Das Massaker an den Bewohnern des Dorfes Dudschail steht im Mittelpunkt des ersten Verfahrens gegen Saddam Hussein und sieben weitere Vertreter seiner Führung.

Die 148 Männer aus dem Dorf bei Bagdad waren nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf den irakischen Machthaber 1982 getötet worden. Das Todesurteil sei rechtens gewesen, verteidigte sich der frühere Chef des irakischen Revolutionsgerichts, Auad Hamed el Bandar, vor dem Sondertribunal.

«Sie haben den Präsidenten der Republik angegriffen und sie haben gestanden.» Demnach unternahmen die Dorfbewohner den Anschlag auf Betreiben der Daua hin, einer Partei schiitischer Islamisten im Iran. «Das ist vom Iran provoziert worden. Sie waren Mitglieder der Daua. Die Anführer von Daua sassen im Iran», sagte der Ex-Richter.

Dagegen bestritt Mohammed Asawi Ali, ein früherer Parteifunktionär, jede Beteiligung am Massaker in Dudschail. Er zog eine vor dem Untersuchungsrichter gemachte Aussage zurück, er habe den von Saddam Husseins Halbbruder Barsan el Tikriti geleiteten Militäreinsatz beobachtet.

Als der Richter darauf hinwies, er habe das Untersuchungsprotokoll unterzeichnet, sagte der Angeklagte, er könne weder lesen noch schreiben.

Vizepräsident streitet Beteiligung ab

Auch der ehemalige irakische Vizepräsident Taha Jassin Ramadan bestritt eine Mitschuld an dem Massaker. Er erklärte ausserdem, er sei von US-Ermittlern bei Verhören gefoltert worden.

Die Amerikaner hätten ihn geschlagen, mit eiskaltem Wasser übergossen und gezwungen, Stunden lang zu stehen. Sie hätten ihm damals immer immer wieder die gleiche Frage gestellt: «Wo ist Saddam Hussein?». (sda)

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