Saddams Tagebücher: Er hatte Angst vor Aids
Aktualisiert

Saddams Tagebücher: Er hatte Angst vor Aids

Der frühere irakische Staatschef hatte nach seiner Inhaftierung Angst, von seinen amerikanischen Gefängniswärtern mit Aids oder Geschlechtskrankheiten angesteckt zu werden.

Das geht nach einem am Montag veröffentlichten Bericht der arabischen Zeitung «Al Hajat» aus Tagebüchern hervor, die Saddam während seiner Haft geschrieben haben soll. So habe Saddam besorgt auf die Entdeckung reagiert, dass die US-Wachen die gleiche Leine zum Trocknen ihrer Wäsche benutzten wie er.

«Ich habe ihnen erklärt, dass sie jung sind und Krankheiten haben könnten, die junge Menschen haben», schrieb er nach Angaben der in London erscheinenden Zeitung. «Meine Hauptsorge war, mir keine Geschlechtskrankheit und keine HIV-Krankheit an diesem Ort zu holen», wird er zitiert. An einer anderen Stelle schrieb er, wie schwer es ihm gefallen sei, um eine Blume für seine Zelle zu bitten: «Es war ein schweres Opfer für mich, zum ersten Mal in meinem Leben um etwas zu bitten.»

Die Zeitung erklärte, einer ihrer Korrespondenten habe die Auszüge der Tagebücher von amerikanischen Stellen erhalten. Die US-Streitkräfte bestätigten, dass einige Seiten aus Saddams mehrere tausend Seiten umfassenden Aufzeichnungen veröffentlicht worden seien. Es sei aber kein Tagebuch.

Saddam war mehrere Monate nach seinem Sturz im Dezember 2003 von amerikanischen Soldaten gefangengenommen worden. Von einem irakischen Tribunal wurde er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und 2006 hingerichtet. (dapd)

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