Zehn Jahre Haft: Sadist verschleppte Frauen in Walliser Berge
Aktualisiert

Zehn Jahre HaftSadist verschleppte Frauen in Walliser Berge

Ein Mann (30) hat drei Dirnen an einen abgelegenen Ort in den Bergen gebracht, sie dort gefoltert und missbraucht. Nun muss er lange hinter Gitter.

von
chu/lüs
Der Angeklagte auf dem Weg ins Gericht.

Der Angeklagte auf dem Weg ins Gericht.

Kein Anbieter/chu

Der Täter bot den drei Prostituierten bis zu 4000 Franken dafür, sich mit ihm zum Sex zu treffen. Es gehe ihm um «softe Unterwerfung». Die Frauen, die aus Genf oder Frankreich kamen, holte er am Bahnhof ab und zeigte sich charmant. Doch dann verschleppte er sie an einen abgelegenen Ort in den Walliser Bergen – und der Horror begann.

Mit Drohungen und Schlägen zwang er sie, seine perversen Gelüste zu befriedigen. Er zwang sie, wie Hunde auf allen Vieren zu gehen, folterte und vergewaltigte sie stundenlang. Einer der Frauen fügte er mit seiner Zigarette Verbrennungen zu, wie der «Nouvelliste» berichtet. Danach tat er, als wäre nichts geschehen – und liess sie wieder gehen.

«Ich habe wohl ein Problem»

Der Mann, der seit 19 Monaten inhaftiert ist, stand am Mittwoch in Sembrancher VS vor Gericht. Dort gab er sich wenig einsichtig. Über die Opfer sagte er: «Das sind Prostituierte. Sie nehmen mir nur übel, dass ich sie nicht bezahlt habe.»

Allerdings räumte er ein: «Ich habe wohl schon ein Problem. Ich sollte mich behandeln lassen, man sollte mich aber nicht mit Medikamenten vollpumpen.» Die Anwältin des Angeklagten wies die Vergewaltigungsvorwürfe zurück und sprach von einvernehmlichen sexuellen Handlungen: «Die Prostituierten haben mit ihm einen Vertrag geschlossen, in dem sie sich bereit erklärt hatten, sich ihm zu unterwerfen.»

«Ein manipulativer Psychopath»

Ganz anders sah es die Staatsanwältin: «Der Mann ist ein Sexkrimineller, ein Sadist, ein manipulativer Psychopath ohne Gewissensbisse und Reue. Auch als die Frauen weinten, hörte er nicht damit auf, sie zu schlagen und zu vergewaltigen.» Für den Angeklagten forderte sie acht Jahre Gefängnis. Das Gericht zeigte sich dann noch strenger: Es verurteilte den Mann, der bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist, zu zehn Jahren und ordnete eine Therapie in einer geschlossenen Institution an.

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