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Sadistischer Pfarrer gestoppt

Ein 47-jähriger Pastor aus Versoix GE ist wegen Verdachts auf «Ausnützung einer Notlage» vom Dienst suspendiert worden. Er soll seine ausländische Haushälterin mit sadistischen Handlungen missbraucht haben.

Der Pastor hat der 25-jährigen Frau regelmässig mit einer Peitsche, einem Teppichklopfer oder einer Bambusrute «den Hintern versohlt», um sich sexuell zu befriedigen. Der Anwalt des Opfers bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Tribune de Genève». Grund für die Schläge seien Belanglosigkeiten gewesen.

Die Ermittlungen gegen den Mann laufen bereits seit Dezember. Am Mittwoch wurde der Pfarrer von der Pastoren-Vereinigung - dem leitenden Organ der protestantischen Kirche Genfs - vorläufig seines Amtes enthoben.

Die Vereinigung wurde laut einem Sprecher erst am Dienstag über die Ermittlungen gegen den Pastor ins Bild gesetzt. Wenn sich der Verdacht bestätige, handle es sich um eine schwerwiegende Affäre, sagte der Sprecher. Als erste Sanktion habe der Pastor bereits einen Verweis erhalten.

Drei Monate nach Stellenantritt

Die sadistischen Handlungen haben rund drei Monate nach der Anstellung der Haushälterin im Jahr 2003 begonnen. Laut dem Anwalt des Opfers habe der Pastor zuvor das Vertrauen der Frau gewonnen, indem er ihr bei der Suche nach einer Wohnung sowie beim Eintritt zu einer Schule behilflich war.

Ende November 2004 reichte die Frau Klage ein. Der Pastor hatte sie zuvor mit den Händen und mit einer Peitsche auf die nackte Haut geschlagen. Bei der Durchsuchung der Pfarrerwohnung sei eine «ganze Sammlung» von sadomasochistischem Material sowie pornographischen DVD's zum Vorschein gekommen, unterstrich der Anwalt des Opfers.

(sda)

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