Samichlaus und Schmutzli: Säckli für Von Arx, eine Fitze für Shedden
Aktualisiert

Samichlaus und SchmutzliSäckli für Von Arx, eine Fitze für Shedden

Der Samichlaus hatte gestern seinen grossen Abend, beschenkte Kinder mit Leckereien – während Schmutzli mit der Fitze drohte. Auch in unserem Eishockey hatten die beiden einiges zu tun – wie 20 Minuten aufzeigt.

von
Marcel Allemann
Spielt einmal mehr überragend: HCD-Regisseur Reto von Arx lässt sich feiern. (Bild: keystone)

Spielt einmal mehr überragend: HCD-Regisseur Reto von Arx lässt sich feiern. (Bild: keystone)

Säckli für:

Reto von Arx (Davos): Der HCD-Leitwolf ist einmal mehr die alles überragende Persönlichkeit. Das reich gefüllte Samichlaus-Säckli hat sich der Stürmer dafür verdient, dass er seit Jahren mit einer beeindruckenden Konstanz Topleistungen zeigt. Mal eine Saison lang (wie andere Spieler) ein wenig vom Gas gehen – bei «RvA» gibt es das nicht.

Jörg Reber (SCL Tigers): Stellvertretend für die gesamte Mannschaft der Tigers, die eine tolle Saison spielt, wird Reber vom Samichlaus beschenkt. Der Verteidiger ist ein Wunder im Emmentaler Wunder: Einst in der Versenkung der NLB verschwunden, spielt er im Herbst seiner Karriere seine beste Saison und gibt nächste Woche im Alter von 36 sogar noch sein Debüt in der Nati.

Kevin Schläpfer (Biel): Manch einer hatte seine Zweifel, als der Sportchef und zweimalige Nothelfer-Trainer sich als fixer Trainer installierte. Doch der Basler Sprücheklopfer ist kein Trainer-Clown, sondern schnuppert mit Biel trotz bescheidenem Kader und viel Verletzungspech an den Playoffs. Schläpfer hat das Potenzial zum Erfolgstrainer – wenn nicht in Biel, dann an einem anderen Ort.

Denis Hollenstein (Kloten): Es ist alles andere als einfach, der Sohn eines berühmten Vaters zu sein. Doch für den Sohn des legendären Felix Hollenstein ist dies offenbar keine Last, sondern eine Herausforderung. Schon 9 Tore und 10 Assists – der «kleine» Hollenstein trumpft wie ein «grosser» Hollenstein auf.

Rafael Diaz (Zug): 600 000 Franken soll er ab der kommenden Saison verdienen. Das ist sehr viel Geld. Aber wenn es einer wert ist, dann Rafael Diaz. Er ist der klar beste Schweizer Verteidiger und erinnert mit seiner Spielweise an Mark Streit.

Fitze für:

Doug Shedden (Zug): Mit seiner direkten und erfolgsorientierten Art war der Kanadier lange ein grosser Gewinn für unsere Liga. Doch mit seinen Beleidigungen und Anschuldigungen gegen HCD-Trainer Arno Del Curto hat Shedden den Bogen überspannt. Für derart unartiges Verhalten gibt es für den Schmutzli nur eine Lösung: die Fitze.

Hnat Domenichelli (Lugano): Wochenlang führte der Nati-Stürmer seinen Stock lustlos spazieren, aber kaum ist Trainer Philippe Bozon weg, macht Domenichelli wieder mit. Genau wegen solcher Spielerlaunen ist früher oder später jeder Trainer in Lugano machtlos.

Lukas Gerber (Fribourg): Es gab in dieser Saison schon einige brutale Fouls. Aber keines war so rücksichtslos wie der gemeingefährliche Check von Lukas Gerber gegen Servettes Jan Cadi­eux. Wer den Respekt vor der Gesundheit des Gegners verloren hat, der hat eigentlich auf Schweizer Eis nichts verloren. Cadieux hatte einen Schutzengel, sonst wäre er jetzt gelähmt – und Gerber hatte Glück, dass er nur für sieben und nicht für 30 Spiele gesperrt wurde.

Tony Salmelainen (Servette): Letzte Saison führte der Powerstürmer Servette in den Playoff-Final. Mit seinem Aktionsradius sorgte der Finne bei jedem Gegner für Angst und Schrecken. In dieser Saison ist Salmelainen bestenfalls noch ein Mitläufer, kein anderer Spieler hatte einen derart eklatanten Leistungsabbau.

Martin Stettler (Bern): Das

Talent wurde aus Langnau in die Hauptstadt gelockt und sollte sich dort zu einem grossen Verteidiger entwickeln. Beim SCB wartet man seit anderthalb Jahren vergebens und hat die Hoffnung inzwischen aufgegeben. Die Zeichen stehen auf Trennung. Es wie Stettler, mit wenig Eiszeit bei einem Team wie dem SCB auf eine persönliche Bilanz von -5 zu bringen, ist fast schon ein Kunststück.

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