Aktualisiert 05.06.2014 14:40

Einsiedeln SZ

Säugling ins Babyfenster gelegt

Ein neugeborener Bub ist am Mittwoch, seinem Geburtstag, ins Einsiedler Babyfenster gelegt worden. Das Kind bleibt vorerst im Spital und erhält einen Vormund.

Eine Hebamme kontrolliert das Babyfenster im Spital Einsiedeln, das seit 2001 besteht.

Eine Hebamme kontrolliert das Babyfenster im Spital Einsiedeln, das seit 2001 besteht.

Ein gesunder, neugeborener Knabe ist am Mittwoch um 14.15 Uhr im Spital Einsiedeln ins Babyfenster gelegt worden. Das Baby kam laut den Behörden am selben Tag zur Welt. Es ist das neunte Kind, das anonym ins Einsiedler Babyfenster gelegt wurde.

Der Knabe bleibe vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Spital, teilten die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Ausserschwyz und das Spital Einsiedeln am Donnerstag mit. Die Behörde wurde umgehend informiert.

Ein Vormund übernehme die Rechte und Pflichten, wie sie im üblichen Fall den Eltern eines Kindes obliegen würden, heisst es in der Mitteilung weiter. Insbesondere werde darauf geachtet, dass die Privatsphäre des Knaben und der Mutter gewahrt blieben.

Der Mutter wird Diskretion zugesichert

Die Mutter des Kindes kann sich bei der KESB in Pfäffikon oder der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) melden, um einen Kontakt zum Kind herzustellen. Es werde ihr Diskretion und unbürokratische Hilfeleistung zugesichert, um für sie und das Kind die beste Lösung zu finden, heisst es.

Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt des Spitals Einsiedeln und der SHMK. Das Babyfenster besteht seit 2001 und versteht sich als Hilfsangebot für Mütter in extremen Notlagen.

Neuntes Kind in Babyklappe

Der Knabe ist das neunte Kind, das anonym ins Einsiedler Babyfenster gelegt wurde. Bisher wurden dort drei Knaben und fünf Mädchen abgegeben.

In der Schweiz gibt es mittlerweile mindestens vier Babyfenster: nebst Einsiedeln auch in Bern, Davos GR und Olten SO. Weitere Angebote sind in Planung, so etwa in Bellinzona oder Zollikon ZH. In mehreren Kantonen sind entsprechende politische Vorstösse hängig. (sda)

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