Aktualisiert 06.06.2005 15:00

Säuglingsmorde: Babys lebten bei der Geburt

Mindestens zwei der vier getöteten Säuglinge von Graz haben bei ihrer Geburt noch gelebt. Das berichtete die österreichische Staatsanwaltschaft am Montag, nachdem erste Obduktionsergebnisse vorlagen.

Die Mutter hat sich gegenüber der Polizei bislang ausgeschwiegen. Die vier Babyleichen waren in der vergangenen Woche in einer Tiefkühltruhe und in Zement-Eimern gefunden worden.

«Zwei der Kinder haben bei der Geburt gelebt», sagte Staatsanwalt Peter Gruber der Nachrichtenagentur AP. An den beiden Leichen aus der Tiefkühltruhe sollten noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Man hoffe, so die genaue Todesursache zu ermitteln, erklärte Peter Roll von der Gerichtsmedizin. Die einzementierten Leichen sind zu stark verwest. Festgestellt werden konnte laut Polizei lediglich, dass sie keine Knochenbrüche erlitten hatten.

Die österreichische Justiz ermittelt gegen die 32-jährige Mutter der Kinder und deren Lebensgefährten. Die Frau habe ausgesagt, sie habe die Babys immer überraschend in der Badewanne bekommen und Angst gehabt, wegen eines Kindes ihren Freund zu verlieren, erklärte die Polizei. Ihr 38-jähriger Lebensgefährte streitet ab, von den Schwangerschaften gewusst zu haben.

Chef-Ermittler Werner Jud sagte dem österreichischen Fernsehen, es sei nicht auszuschliessen, dass die Frau noch mehr Kinder bekommen habe. Die Polizei prüfe zwei weitere Häuser, in denen sie gelebt habe. DNA-Tests sollen klären, ob der Lebensgefährte der Vater der Kinder war. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.