Basel: Säure-Anschlag auf Bordell
Aktualisiert

BaselSäure-Anschlag auf Bordell

Ein Saunaclub im Kleinbasel wurde Opfer eines Anschlags: Über Mittag schüttete ein Mann Säure in den Club.

von
Denise Dollinger
Auf diesen Saunaclub wurde ein Säureanschlag verübt. (Bild: hys)

Auf diesen Saunaclub wurde ein Säureanschlag verübt. (Bild: hys)

Augenzeuge H. Locher* besuchte gestern über den Mittag den Saunaclub FKK Basel, um sich dort «ein wenig zu entspannen». Gegen 12.45 Uhr wurde sein Vorhaben jäh unterbrochen. Ein Unbekannter bezahlte den Eintritt, kam in den Club und verliess das Lokal kurz darauf wieder. «Laut ersten Ermittlungen muss er dazwischen vermutlich Buttersäure ausgeschüttet haben», so Kriminalkommissär Peter Gill. «Plötzlich begann es, ex­trem zu stinken», sagt Locher. Die anwesenden Frauen seien in Panik geraten und mit ihm und weiteren Kunden rausgerannt. Beim Eintreffen der Polizei befanden sich sieben Frauen diverser Nationalitäten, ein Gast sowie zwei weitere Personen vor Ort. Der Gestank war im Umkreis von 30 Metern zu riechen, ein Teil der Amerbachstrasse blieb rund vier Stunden gesperrt.

Den Saunaclub an der Amerbachstrasse 45 gibt es erst seit Mitte April. Bei den Milieubetreibern sei er «wegen seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses» unbeliebt, weiss Stammgast Locher. «Auf Foren wird gedroht, dass es den Club nicht mehr lange geben werde – zudem bekommt der deutsche Betreiber Drohmails», so der 34-Jährige. Dass das Billig-Puff im Milieu nicht gut ankommt, ist in der Szene ein offenes Geheimnis. «Mit 69 Franken bietet er die Frauen zu einem Drittel des normalen Preises an – das wird nicht gern gesehen.»

* Name der Redaktion bekannt

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