Aktualisiert

Rheinunfall bei der LoreleySäuretanker wird mit Kränen gesichert

Am gekenterten Säuretanker «Waldhof» nahe dem Loreleyfelsen sind die Sicherungsarbeiten aufgenommen worden. Das Schiff dürfe nicht wackeln, sonst könnte es gefährlich werden.

Die Bergungsarbeiten beim gekenterten Tanker im Rhein gehen langsam voran. Es werde noch zwei bis vier Tage dauern, bis das Wrack vollkommen gesichert sei, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung in St. Goarshausen am Montag auf Anfrage. Das Schiff müsse vollkommen ruhig liegen und dürfe «auf keinen Fall wackeln». Erst dann könnten Einsatzkräfte auf dem Wrack mit Bohrungen in die Aussenhaut überprüfen, ob in die mit Schwefelsäure gefüllten Tanks an Bord Flusswasser eingedrungen ist. (Web-Cam am Bergungsort)

In Verbindung mit Wasser könnte den Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) zufolge die Säure die Wände des Tankers angegriffen und sich dadurch explosives Wasserstoffgas gebildet haben. Ein Anheben des Schiffes geschehe nicht, bevor der Zustand der Ladung genau feststehe. Dann soll laut WSA an Bord auch nach einem der zwei noch vermissten Bootsleuten gesucht werden. Vermutlich wurde die Leiche des anderen Mannes zuvor von einem Fussgänger bei Koblenz gesichtet.

Feuerwehr dringt ins Unfallschiff vor

Dritter Schwimmkran wird zum Einsatz vorbereitet

Der grösste von drei Schwimmkränen, die «Amsterdam», lag am Montag noch im Loreleyhafen von St. Goarshausen und soll am Dienstag an der Unfallstelle zum Einsatz kommen. Am Montagmorgen trafen zwei Schwimmpontons ein, die zur Stabilisierung an dem Kran befestigt werden sollen, damit dieser seine maximale Hebeleistung von 300 Tonnen ausschöpfen kann. Am Dienstagmorgen soll der dann so aufgerüstete Hebekran das bisher sichernde Kranschiff «Grizzly» mit 200 Tonnen Hebekraft ablösen.

Unterdessen werden dem Sprecher zufolge weiterhin Schiffe an der Unfallstelle vorbeigeleitet - aus Sicherheitsgründen aber nur solche, die rheinaufwärts unterwegs sind. Seit Freitag war pro Tag zum Teil mehr als 100 Schiffen die Vorbeifahrt erlaubt worden. Laut WSA sind die Schiffe bei der sogenannten Talfahrt mit der Strömung rund dreimal so schnell, wegen der Kollisionsgefahr soll der Rhein daher noch mindestens zwei Wochen komplett gesperrt bleiben.

Die 110 Meter lange «Waldhof» war am 13. Januar nahe des Loreleyfelsens gekentert und liegt auf der Seite. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Zwei Bootsmänner konnten nach der Havarie verletzt an Land gebracht werden, die anderen beiden sind vermutlich tot. Der Tanker war bei dem Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen mit knapp 2400 Tonnen Schwefelsäure beladen worden und auf dem Weg zum Standort des Unternehmens in Antwerpen.

(dapd)

Deine Meinung