Medienkonferenz: BAG meldet ersten Fall der Brasilien-Mutation

MedienkonferenzBAG meldet ersten Fall der Brasilien-Mutation

An der Medienkonferenz vom 9. Februar informieren die Expertinnen und Experten des Bundes zur momentanen Lage.

«Wir müssen unsere Bemühungen verstärken, nicht reduzieren»

Die Expertinnen und Experten des BAG informieren über die aktuelle Lage. Am Montag wurde der erste Fall mit der Brasilien-Mutation gemeldet.

Deine Meinung

Dienstag, 09.02.2021

Zusammenfassung

Bislang sind etwa 800'000 Impfdosen in der Schweiz eingetroffen, 700'000 wurde an die Kantone geliefert und 413'000 verimpft. Wenn Astrazeneca zugelassen wird, wird dies die Impfstrategie nochmals verändern.

Das Verkehrsaufkommen ist merklich zurückgegangen. Die Grenzübergänge sind aber weiter alle offen. Spezielle Kontrollen für gewisse Risikogebiete, wie zum Beispiel Tirol, gibt es bislang nicht. Die neuen Bestimmungen wie negative Tests und Kontaktangaben werde von den Reisenden gut akzeptiert.

An den Grenzen werden keine Bussen verteilt, werden fehlbare Personen aber im Land aufgegriffen, werde gebüsst. In 217 Fällen wurde die Meldepflicht verletzt. Die Anzahl von nicht vorhandenen negativen PCR-Tests ist mit 26 ebenfalls klein.

Ein erstes Mal wurde die brasilianische Mutation festgestellt. Der Befund wird zurzeit weiter abgeklärt. Auch diese Variante ist, wie die britische, die in Zukunft die jetzige Variante ersetzen wird, ansteckender.

Schluss

Jetzt konnten hoffentlich alle Anwesenden ihre Fragen stellen und erhielten eine mehr oder weniger befriedigende Antwort. Damit ist die heutige Medienkonferenz beendet. Wir bedanken uns für Ihr Interesse, noch einen schönen Dienstagnachmittag und bis bald wieder.

Gestohlene Impfdosen

Bock: Kriminelle haben wohl das grösste Problem damit, dass die neuen mRNA-Stoffe stark gekühlt werden müssen. Uns werden Lieferungen in die Schweiz rechtzeitig gemeldet und aufmerksam behandelt. Die polizeiliche Hoheit liegt aber bei den Kantonen.

Unterstützung seitens BAG

Masserey: Betreffend der Lieferunge der Imfpdosen in die Kantone würden wir gerne mehr Klarheit vermitteln. Doch wir sind abhängig von den Pharma-Firmen, die die Vakzine produzieren. Darum wissen wir nicht immer genau, wann wie viele Dosen geliefert werden.

Blick in die nahe Zukunft

Boubaker: Dank den Bemühungen der Bevölkerung ist die Situation im Moment stabil. Wir arbeiten zurzeit mit einem positiven Modell, aber niemand kann in die Zukunft schauen. Wir können uns vorstellen, vielleicht langsam aus der Krise zu kommen, aber wir müssen weiter zusammenarbeiten und uns Mühe geben.

Masserey: Im Moment werden die Massnahmen gut angenommen und umgesetzt. Aber wir wissen auch, dass das nicht ewig so weitergehen kann.

Entwickung in Tirol und Einreise

Masserey: An den Grenze gelten keine besonderen Regeln für gewisse Risikogebiete. Somit auch nicht fürs Tirol.

(Anm. d. Red: Das österreichischen Bundesland ist stark von der südafrikanischen Mutation betroffen. Österreich verhängt im Kampf gegen eine Ausbreitung der Corona-Mutationen nun schärfere Massnahmen in Tirol. Aus dem Bundesland sei – von Osttirol abgesehen – vom kommenden Freitag an für zehn Tage eine Ausreise nur noch mit negativem Corona-Test möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien. dpa)

Brasilianische Variante

Masserey: Es ist auf jeden Fall eine ansteckendere Variante. Auch die, die schon einmal angesteckt waren, können sich erneut anstecken.

Manifestation der Pandemie in der Pandemie

Ackermann: Erst wenn wir genügend Fälle haben können wir analysieren, wo die Fälle auftreten und wo die Zusammenhänge sind.

Boubaker: Die neue Variante wird irgendwann die jetzige ersetzen. Dann brauchen wir wieder gute und griffige Massnahmen. Wenn die neue Variante dann dominiert, müssen wir noch besser werden im Unterbrechen von Infektionsketten.

Viele Impfdosen bestellt

Masserey: Wir wollten betreffend der Impfungen und Dosen breit aufgestellt sein. Es gibt da immer Unsicherheiten, ein Impfstoff kann auch nicht zugelassen werden, oder er hat nicht die gewünschte Wirkung.

Lockerungen

Ackermann: Lockerungen werden im Moment überall diskutiert. Doch man muss unter die Oberfläche blicken um die Pandemie zu verstehen. Die Massnahmen wirken und sie sind weiterhin wichtig.

Steigende Infektionen

Es gehen einige Fragen betreffend der Ansteckungskurve im Zusammenhang mit der britischen Variante ein.

Ackermann: Für die Schweiz habe man noch keine genauen Zahlen, was ein Anwachsen oder Abflachen der Infektionskurv wegen B.1.1.7 anbelangt.

Fragen

Jetzt dürfen die anwesenden Journalisten und Journalistinnen Fragen an die Experten stellen.

Verkhrsaufkommen

Bock: Das Verkehrsaufkommen ist merklich zurückgegangen. Die Grenzübergänge sind weiter alle offen und wir führen keine permanenten Kontrollen durch. Man darf weiter in die Schweiz einreisen. Kontrollen führen wir in allen möglichen Formen und Arten durch. Im Bus, in Bahn, auf der Strasse usw.

Einreiseregime

Bock: Man kann sagen, dass von Seiten der Reisenden grösstenteils Verständnis herrscht gegenüber den Massnahmen. Wir dürfen bei Verstössen Bussen aussprechen. Im Moment sind wir an der Grenze kulant und versuchen den Reisenden immer die Möglichkeit zu geben, die Regeln einzuhalten. Im Land selbst aber sprechen wir Bussen aus.

In 217 Fällen wurde die Meldepflicht verletzt. Die Anzahl von nicht vorhandenen negativen PCR-Tests ist mit 26 ebenfalls klein.

Impfstrategie

Boubaker: Wir müssen unbedingt versuchen ein Gleichgewicht zu finden zwischen den vorhandenen Dosen und der Impfgeschwindigkeit.

Die Logistik arbeitet sieben Tage die Woche. Da gibt es keinen Stillstand damit die Verimpfung der ersten und zweiten Dosis gewährleistet werden kann.

Die Zulassung von Astrazeneca, in welchem Rahmen auch immer, wird die Impfstrategie nochmals verändern. Hier kommt es drauf an, für welche Altersgruppen das Vakzin eine Zulassung bekommt.

Mobilität

Ackermann: Nur mit der Reduktion der Mobilität alleine werden wir die Fallzahlen nicht entscheidend senken können. Dafür müssen wir weiter alle gemeinsam an einem Strick ziehen. Die Distanzen die zurückgelegt werden sind zwar gesunken, doch sie sind höher als im Frühling vor einem Jahr.

Virus-Varianten

Ackermann: Es gibt verschiedene neue Varianten in der Schweiz. Am häufigsten kommt die britische Variante (B.1.1.7) bei uns vor. Das Wachstum bei den Ansteckungen ist exponentiell und verhält sich so, wie wir das berechnet haben.

Die Situation kann durch diese Mutation schnell wieder kritisch werden, wie wir am Beispiel Portugal sehen können. Die Ansteckungsketten müssen dringend unterbrochen und nachverfolgt werden.

Impfungen

Masserey: Wir haben in etwa 800'000 Dosen bislang erhalten, etwa 700'000 wurden an die Kantone ausgeliefert und gut 410'000 wurden bislang verimpft. Zu weiteren Impfstoffen werden wir noch später informieren.

Unsere grossen Anstrengungen zeigen Wirkung, doch wir müssen vorsichtig sein, dass uns jetzt die ansteckenderen Varianten nicht zu stark einholen.

Neue Variante

Masserey: Wir haben es bei den Mutationen grösstenteils mit der britischen Variante zu tun. Wir müssen weiter viele Tests durchführen. Zudem haben wir den ersten Fall der brasilianischen Variante entdeckt. Dies muss aber noch genauer abgeklärt werden.

Los gehts

Die Medienkonferenz mit Experten des Bundes beginnt.

Masserey ergreift das Wort: Wir Haben rückläufige Fälle, 16% weniger als vor einer Woche. Auch die Positivitätsrate ist rückläufig. National haben wir eine Inzidenz von 233 Fällen auf 100'000 Einwohner. Die Unterschiede in den Kantonen ist jedoch gross.