Aktualisiert 06.08.2018 06:42

Stiftungspräsidentin Rita Fuhrer

«Sagt der Bund Nein, fliegt die Tante Ju nie mehr»

Ex-Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) leitet die für die Ju-Air zuständige Stiftung. Sie sagt im Interview mit 20 Minuten, was nach der Tragödie passiert.

von
Nikolai Thelitz
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«Flims wurde zu einer Helikopter-Basis»: Ein Leser-Reporter beobachtet den Bergungsseinsatz. (5. August 2018)

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Leser-Reporter
Die Bergungsarbeiten der verunglückten Maschine laufen.

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Leser-Reporter
Die Kantonspoliizei Graubünden veröffentlicht Bilder ...

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Kapo Graubünden

Frau Fuhrer, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Absturz hörten?

Ich war schockiert. Ju-Air-CEO Kurt Waldmeier hat mich sofort informiert, auch dass niemand den Unfall überlebt hat. Eine solche Nachricht ist unglaublich schmerzhaft, ich bin mit den Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Die ganze Ju-Air-Familie ist erschüttert, und auch für alle Fans der Tante Ju war der Samstag ein schwarzer Tag.

Was bedeutet Ihnen die Tante Ju?

Ich bin als Präsidentin der Stiftung Museum und historisches Material der Schweizer Luftwaffe oft mit der Tante Ju unterwegs. Ich spreche oft mit den Mechanikern und Piloten, sie alle hatten immer ein riesiges Vertrauen in die Ju-52. Ich habe mich an Bord immer sehr sicher gefühlt, das ist ein stabiles, erprobtes und sicheres Flugzeug. Dass es nun solch einen Unfall gab, kann ich immer noch kaum fassen. Es macht uns allen schmerzlich bewusst, dass wir immer mit einem Risiko rechnen müssen.

Sie selbst waren letztes Jahr in einen kleinen Unfall mit einem Oldtimer-Flugzeug verwickelt. Wie fühlt man sich da?

Die beiden Fälle kann man nicht vergleichen, ich sass in einem Kleinflugzeug, das eine unsanfte Bauchlandung vollführte. Ich war unverletzt, das war nur ein Schreckmoment. Das kann man doch nicht mit einer solchen Tragödie vergleichen.

Wird die Ju-52 nach dieser Tragödie je wieder fliegen?

Das wissen wir noch nicht, es kommt darauf an, was die Untersuchung des Unfalls ergibt. Die Ju-Air ist im ständigen Austausch mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt, dieses hat auch immer wieder die Flugerlaubnis für die Flugzeuge erteilt. Andererseits wissen wir, dass die Ju nicht für immer weiterfliegen kann. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass der Unfall etwas mit dem Flugzeug selbst zu tun hatte, werden wir die Beurteilung der Behörde akzeptieren: Sagt das Bazl Nein, fliegt die Tante Ju nie mehr.

Wie gehen Sie nun weiter vor?

Die Ju-Air war, unterstützt von der Polizei, bis jetzt damit beschäftigt, die Angehörigen zu informieren und zu betreuen, nun werden wir die Tragödie mit den Ju-Air-Mitarbeitern intern aufarbeiten. Wir werden mit ihnen über das Unglück sprechen und versuchen, gemeinsam mit dem Geschehenen fertigzuwerden. Auch an die die vielen Fans der Ju-Air, über 7000 Vereinsmitglieder, werden wir uns wenden. Wie der Flugbetrieb in Zukunft aussieht, wird die Unfalluntersuchung zeigen.

Die ehemalige Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) leitet die für die Ju-Air zuständige Stiftung Museum und historisches Material der Schweizer Luftwaffe. (Bild: Facebook)

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