Endzeit-Vision: Sagte St. Galler Mönch den 3. Weltkrieg voraus?
Aktualisiert

Endzeit-VisionSagte St. Galler Mönch den 3. Weltkrieg voraus?

Im Internet kursieren Meldungen über den St.Galler Mönch Hepidanus: Dieser soll den Beginn des 3. Weltkrieg für September 2017 vorausgesagt haben. «Fake-News», sagt die Kirche.

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gts/air
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Ein YouTube-Kanal hat eine Prophezeiung des Mönchen Hepidanus veröffentlicht.

Ein YouTube-Kanal hat eine Prophezeiung des Mönchen Hepidanus veröffentlicht.

YouTube/ QujoH
In dieser meinen sie Anspielungen auf den dritten Weltkrieg zu finden ...

In dieser meinen sie Anspielungen auf den dritten Weltkrieg zu finden ...

Wikipedia/ Fürstabtei St. Gallen
... und wann er stattfindet.

... und wann er stattfindet.

Visionary Hepidanus von St.Gallen

«Nach dem 23. September 2017 bricht der Dritte Weltkrieg aus»: Das wollen die Administratoren hinter dem Youtube-Kanal QujoH wissen. Dieser Tage wurde hier ein Video zum Thema 3. Weltkrieg gepostet. Darin ist die Rede von einer Prophezeiung des Hepidanus, eines Mönchs, der angeblich um 1080 im Kloster St. Gallen lebte.

«Der Mönch beschreibt einen verheerenden Krieg, der durch Zeichen angedeutet wird», sagt Alex (33), einer der Urheber des Videobeitrags. Seinen Nachnamen möchte er nicht veröffentlicht sehen. Für den Deutschen ist klar, dass es sich um den 3. Weltkrieg handeln muss, den der Mönch vorausgesagt hat. Mit dieser Meinung ist Alex nicht allein: Im Internet verweisen mehrere Websites auf den angeblichen St. Galler Mönch. Dieser erwähne in seiner Weissagung eine bestimmte Sternenkonstellation, die nur alle 7000 Jahre vorkomme – das nächste Mal am 23. September 2017.

Was die Verlässlichkeit seiner Quellen betrifft, so sei er sich «nicht zu 100 Prozent sicher», meint Alex. Keine Zweifel hat er hingegen, dass der 3. Weltkrieg bevorsteht – wenn nicht im September 2017, dann spätestens 2020.

Kein Grund zur Sorge

Georg Otto Schmid, Sektenspezialist und Religionsexperte, hat Erfahrung mit solchen Prophezeiungen. «Diese Weltkriegstheorie erscheint mir sehr weit hergeholt», sagt er. Grundsätzlich seien Prophezeiungen, die einen Krieg ankündigen, recht billig, denn Kriege würden sich leider immer wieder ereignen. Von Hepidanus selber hat Schmid vorher noch nie gehört und auch in seinen Dokumentationen sei nichts zu finden. «Immer wieder bereiten sich Leute auf irgendwelche Daten vor», so Schmid. Er sieht dem Herbst gelassen entgegen: «Was den 23. September betrifft, müssen wir uns keine Sorgen machen.»

Eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert?

Karl Schmuki, Bereichsleiter Wissenschaft an der Stiftsbibliothek St. Gallen, hat zwar schon von besagtem Mönch gehört – jedoch nur von Aussenstehenden. «So alle drei bis vier Jahre erhalten wir eine Anfrage zu den Visionen und Prophezeiungen eines angeblichen St. Galler Mönchs namens Hepidannus oder Hepidanus.» Einen Mönch dieses Namens hat es im Kloster St. Gallen laut Schmuki aber nie gegeben.

Zudem sei dem Kloster keine originale Handschrift der Visionen und Prophezeiungen bekannt – auch im Internet werde nie eine konkrete Quelle genannt. Schmuki: «Ohne es genau nachweisen zu können, gehen wir am ehesten davon aus, dass diese Weissagungen im 19. Jahrhundert als eine Art von frühen ‹Fake-News› verfasst wurden.» Um Genaueres sagen zu können, müsste jemand der Sache wissenschaftlich nachgehen.

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