Aktualisiert 05.04.2014 13:29

Wüste in den AlpenSahara-Staub färbt Himmel rot

Unsere Nachbarländer werden mit Sand aus der Sahara überzogen. London löste bereits Smog-Alarm aus. Experten erklären, inwieweit die Schweiz betroffen ist.

von
log

In den letzten Tagen legte sich eine dicke Wolke aus Saharastaub über die britische Hauptstadt London, die Behörden mussten Smog-Alarm auslösen. Auch in Ostbayern sieht man die Sonne derzeit wie durch einen rötlichen Vorhang. Dies berichten verschiedene deutsche Medien. Und sogar in der Schweiz wurde Sahara-Sand in der Luft gemessen. Doch ist das genug, um auch hierzulande einen Smog-Alarm auszulösen? Nicolas Bukowiecki vom Paul-Scherrer-Institut verneint: «Die Messstationen zeigen zwar einen Staubanteil in der Luft an, dieser ist jedoch zu gering, als dass er Schaden anrichten könnte.» Auch für den Menschen sei er in diesen Mengen nicht gefährlich. «Das ist nichts Aussergewöhnliches. Es weht ab und zu ein Wind von Afrika her, der Staub mit sich trägt.»

Staub belastet Menschen mit Heuschnupfen

Gemäss den britischen Zeitungen «Dailymail» und dem «Telegraph» kann die verstaubte Luft aber durchaus schädlich sein – vor allem für Asthmatiker und Allergiker. Das bestätigt auch Oliver Hausmann, Allergologe und Immunologe der Löwenpraxis in Luzern: «Die Partikel in der Luft strapazieren die ohnehin schon gereizten Atemwege von Menschen mit Heuschnupfen und sonstigen Atembeschwerden.» Die Situation in der Schweiz sei aber nicht vergleichbar mit jener in Grossbritannien. Das Hauptproblem seien die Pollen und Abgase in der Luft, es sei jedoch gut möglich, dass besonders empfindliche Personen den Unterschied im Moment spüren.

Die Betroffenen können aber aufatmen, denn jetzt wird die Luft wieder klarer. Gemäss Bruno Kunz, Prognoseassistent von MeteoSchweiz, sinkt der Staubgehalt in der Schweizer Luft. Die Staubmenge sei am Freitag schon deutlich geringer gewesen als noch am Donnerstag. «Der feine Sand wird in den nächsten Tagen immer weniger. Wird er nicht von einer schwachen Kaltfront am Samstag weggeweht, spülen ihn halt aufkommende Regenschauer aus den Wolken.» Bereits am Freitag konnte man beobachten, wie sich die Luft aufhellte und langsam gräulich wurde.

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