SVP-Präsident Rösti: «Saison-Themen wie Klima beeinflussen uns nicht»

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SVP-Präsident Rösti«Saison-Themen wie Klima beeinflussen uns nicht»

Die GLP geht als Gewinnerin aus den Zürcher Wahlen hervor, die SVP muss eine Schlappe hinnehmen. Was heisst das für die nationalen Wahlen?

von
jk
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Das ist der neue Regierungsrat des Kantons Zürich.

Das ist der neue Regierungsrat des Kantons Zürich.

Keystone/Walter Bieri
Martin Neukom sorgte am Sonntag für eine Überraschung. Er holte sich den sechsten Platz im Regierungsrat.

Martin Neukom sorgte am Sonntag für eine Überraschung. Er holte sich den sechsten Platz im Regierungsrat.

20 Minuten
Mario Fehr (SP) erhielt mit Abstand die meisten Stimmen.

Mario Fehr (SP) erhielt mit Abstand die meisten Stimmen.

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Der Kanton Zürich hat gewählt. Am meisten zulegen konnte die GLP mit 5,3 Prozentpunkten mehr Wähleranteil und einem Sitzgewinn von 9 Sitzen im Kantonsrat. Als grosse Verliererin geht die SVP hervor. Sie verliert 5,6 Prozentpunkte und 9 Sitze im Kantonsrat. 20 Minuten hat bei den Präsidenten der GLP und SVP Schweiz nachgefragt, ob das Zürcher Resultat Signalwirkung für die nationalen Wahlen im Herbst hat.

«Bis Oktober dauert es noch»

Jürg Grossen, Präsident der GLP, sagt: «Heute ist ein Freudentag für uns. Die Arbeit, die wir in den letzten vier Jahre auf Gemeindeebene, aber auch im Kantonsrat geleistet haben, hat sich ausgezahlt und wurde honoriert.» Für die nationalen Wahlen im Oktober sei er deshalb zuversichtlich. In den letzten Jahren habe sich gezeigt, dass die Ergebnisse der Zürcher Wahlen doch Hinweise auf einen nationalen Trend geben könnten.

«Aber bis im Oktober ist es noch eine lange Zeit. In diesen Monaten kann noch viel passieren», so Grossen. Das Ergebnis aus Zürich zeige aber, dass gerade die grünliberale Klima- und Europapolitik endlich bei der Bevölkerung angekommen sei. Die GLP sei jene Partei, die konkrete Lösungen diesbezüglich auf Lager habe. «Leider fehlt uns zu deren Umsetzung noch eine Mehrheit in Bern. Wir hoffen, dass sich das im Oktober bei den nationalen Wahlen ändern wird und sind nun zuversichtlich.»

«SVP-Wähler blieben Urne fern»

«Die Wahlverluste in Zürich lassen sich nicht beschönigen. Es bedarf nun einer schonungslosen Analyse davon, was in Zürich passiert ist», sagt Albert Rösti, Präsident der SVP Schweiz. Die Klima-Thematik habe eine grössere Rolle gespielt, als die SVP erwartet habe. Seine Partei lege ihre Schwerpunkte auf Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit und lasse sich nicht von saisonalen Themen beeinflussen. «Bis im Oktober fliesst noch viel Wasser die Aare runter», sagt Rösti im Hinblick auf die nationalen Wahlen im Herbst.

Die Zürcher Sektion habe einen engagierten Wahlkampf geführt und trotzdem eine Wahlschlappe eingefangen. «Wir müssen vor allem an unserer Kommunikation und der Mobilisierung von Wählenden arbeiten. Es ist nicht so, dass unsere Wähler Grün gewählt haben, sie sind teilweise einfach zu Hause geblieben und haben gar nicht gewählt», so Rösti. Auch im Hinblick auf die Nationalratswahlen gelte es nun, an diesem Punkt anzusetzen.

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