Aktualisiert 09.02.2015 06:33

Eskalationsrisiko

Salatic will weg und Thoma «ein bisschen hart» bleiben

Für den neuen GC-Trainer Pierluigi Tami gibt es keinen «Fall Salatic». Und Sportchef Axel Thoma hat die Nase voll im «Fall Salatic».

von
Eva Tedesco
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11. Februar 2015
11. Februar 2015

Salatic wird an seiner neuen Wirkungsstätte vorgestellt. Komisches Bild: Nach elf Jahren beim Grasshopper Club trägt er in Zukunft das Trikot des FC Sion.

Keystone/Laurent Gillieron
Am Nachmittag steht das erste Training an. Salatic mit Dario Vidosic auf dem Weg zum Gelände in Martigny.

Am Nachmittag steht das erste Training an. Salatic mit Dario Vidosic auf dem Weg zum Gelände in Martigny.

Keystone/Laurent Gillieron
Zusammen mit Reto Ziegler (M.) will er etwas bewegen.

Zusammen mit Reto Ziegler (M.) will er etwas bewegen.

Keystone/Laurent Gillieron

Es hätte ein Neustart sein sollen. «Alles auf Null», sagte Präsident Stephan Anliker. Ein frommer Wunsch. Denn der «Fall Salatic» lässt eine Beruhigung im Klub und Verlagerung auf sportliche Dringlichkeiten nicht zu. So gerieten der erste Auftritt der Mannschaft auf dem Rasen und das Liga-Debüt des neuen Trainers Pierluigi Tami zur Nebensache. Diskutiert wurde auf der Tribüne und unter den Journalisten vor allem die erneut hochgekochte «Causa Salatic».

Für die treuesten Anhänger in der Kurve ist der Fall klar: «Vero verpiss di!», haben die Fans auf ein Transparent geschrieben und hielten mit ihrer Meinung nicht mehr hinter dem Berg. Für Tami gibt es keinen «Fall Salatic», wie er am Sonntag nach der 2:4-Niederlage gegen Basel sagte. «Vero ist ein Spieler des Grasshopper Clubs und ich verteidige alle GC-Spieler», so der Tessiner. Trotzdem kann sich der neue GC-Trainer der Sache nicht verschliessen, denn sie bringt viel Unruhe in den Verein und vor allem in die Mannschaft. «Ich brauche jeden guten Spieler», sagte er und wirkte äusserlich sehr ruhig.

Thoma hat vom leidigen Thema genug

Nicht so Axel Thoma. Der Sportchef hat die Nase vom «Fall Salatic» gestrichen voll. Und das war ihm am Sonntag beim Halbzeit-Interview mit dem Schweizer Fernsehen deutlich anzusehen. Noch am Freitag hatte der Deutsche an einer Medienkonferenz verkündet, dass man mit dem FC Sion keine Einigung gefunden habe. Constantin verbreitete über den «Blick», dass GC vier Millionen Franken verlangt habe und düste unverrichteter Dinge im Privatflugzeug wieder ab.

Thoma sagte, dass für ihn die Sache damit abgeschlossen sei. Der Sportchef ging davon aus, dass Salatic die Rückrunde im GC-Dress absolvieren werde und sich professionell im Team eingliedern werde. Diese Rechnung hat Thoma aber ohne Salatic gemacht. «Ich will einfach weg. Ich will einen Neuanfang», liess der ehemalige Captain weiter über Medien verbreiten. Als Provokation interpretiert, liessen diese Aussagen bei Thoma die Hutschnur vollends anheben.

Salatic auf der Tribüne

«Es vergeht einem schon ein bisschen die Lust, wenn man die Medienberichte liest», so der GC-Sportchef. «Das gefällt mir von hinten bis vorne nicht. Natürlich muss man eine Lösung finden – daran arbeiten wir auch. Aber eines möchte ich betonen», redet sich Thoma im Interview mit TV-Mann Paddy Kälin in Rage. «Es kann nicht sein, dass jeder Spieler den Wunsch äussert, aus dem Vertrag entlassen zu werden und das dann mit einer Kampagne noch unterstützt. Ein bisschen möchte ich da schon hart bleiben, denn das soll keine Schule machen.»

Und Salatic? Der sah sich die engagierte Leistung und den mutigen Auftritt der Hoppers gegen den FCB von der Tribüne aus an. Der Hochsitz wird für ihn in dieser Saison langsam zur Gewohnheit. Diesmal war der ex Captain aber nicht wegen einer klubinternen Verbannung zum Zuschauen verdonnert worden, sondern aufgrund einer Gelbsperre.

Wie weiter?

Ob Salatic in dieser Saison noch einmal im GC-Dress auflaufen wird, ist unwahrscheinlich. Entweder einigt sich GC wider Willen doch noch mit Sion, verliert zwar einmal mehr das Gesicht, verdient wenigstens aber Geld mit ihm oder bleibt ein bisschen hart, wie Thoma am TV sagte. Nur - was bedeutet ein bisschen hart?

Am Ende freut sich immer der dritte, wenn sich zwei streiten. Im Fall Salatic kann der dritte nur Christian Constantin heissen. GC und Salatic haben beide verloren.

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