Aktualisiert 15.12.2009 23:39

Trogen ARSalzsäure für den Teppich - oder für die Ehefrau?

Ein Türke (55) drohte seiner Ehefrau, die vor ihm geflohen war, sie zu verstümmeln und umzubringen. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei Salzsäure. Nun soll er verwahrt werden.

von
Sascha Schmid

Weil die Ehefrau die Drohungen, Wutausbrüche und Schläge ihres Mannes nicht mehr aushielt, flüchtete sie im April 2009 in ein Frauenhaus. Darauf brannten dem Türken die Sicherungen vollends durch. Er spürte sie auf und drohte, sie zu verstümmeln und umzubringen, wenn sie nicht zurückkomme. Wenn er sie nicht erwische, werde er ihre jüngste Tochter vergewaltigen. Zudem fertigte er eine Zeichnung an, auf der er sie mit einem Messer niedersticht und mit einer Flüssigkeit übergiesst. Als die Polizei den 55-Jährigen verhaftete, fand sie bei ihm zu Hause Klebeband, Stricke, ein Klappmesser und eine Flasche Salzsäure.

«Ich wollte ihr nur Angst machen, damit sie zurückkommt. Ich liebe sie und kann nicht ohne sie leben», sagte der Angeklagte gestern vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht in Trogen dazu. Mit der Salzsäure habe er den Teppich reinigen wollen. Die Anklage glaubt ihm nicht und sieht in der Zeichnung und den gefundenen Gegenständen Vorbereitungshandlungen für schwere Körperverletzungen oder Mord. Sie fordert dafür eine unbedingte Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren. Weil der Mann laut psychiatrischem Gutachten gefährlich ist und keine Aussicht auf Besserung besteht, fordert sie zudem eine Verwahrung. Das Urteil steht noch aus.

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