Copa America: Samba gegen Tango
Aktualisiert

Copa AmericaSamba gegen Tango

Bei der Südamerikameisterschaft steht das Duell zwischen Brasilien und Gastgeber Argentinien im Vordergrund. Es dürfte auch zum Duell Lionel Messis gegen Neymar werden.

Brasilien strebt bei der 43. Copa America in Argentinien den Hattrick an. Der Rekord-Weltmeister gewann die letzten beiden Austragungen. Der Favorit ist aber Gastgeber Argentinien.

So hoch die argentinischen Fussballer bei europäischen Topvereinen im Kurs sind, so enttäuschend blieb die Ausbeute der Nationalmannschaft in den letzten Jahren. Seit dem Gewinn der Copa America 1993 in Ecuador wartet die ‹Albiceleste› auf eine Trophäe. Bei den letzten beiden Austragungen der Kontinentalmeisterschaft standen sie jeweils im Final, verloren aber gegen den Erzrivalen Brasilien.

Messi mit allen Freiheiten

Aus der jüngeren Vergangenheit ist vor allem das bittere Viertelfinal-Out bei der WM 2010 in Südafrika (0:4 gegen Deutschland) in Erinnerung. Die A-Nationalmannschaft steht in der Pflicht, es den Junioren-Nationalteams nachzumachen, die äusserst erfolgreich spielen. Unter anderem gewann Argentinien 2004 und 2008 Olympia-Gold.

In erster Linie zählt der zweifache Weltmeister auf Lionel Messi, um die Durststrecke zu beenden. In den letzten Partien wurde Messi von Nationalcoach Sergio Batista ähnlich eingesetzt wie beim FC Barcelona, als Sturmspitze mit allen Freiheiten. Für die Positionen an der Seite des kleinen Dribblekünstlers hat Batista die Qual der Wahl. Carlos Tevez, Gonzalo Higuain, Javier Pastore, Sergio Agüero, Ezequiel Lavezzi und Diego Milito stehen als Angreifer bereit.

Neymar - Brasiliens Messi

Die ersten Herausforderer von Argentinien sind wie meistens die Brasilianer. Deren Ausbeute in den letzten 18 Jahren, also seit dem letzten Titelgewinn der Argentinier, ist beeindruckend: Zwei Weltmeisterschaften und vier Copa Americas. Und die Antwort auf Messi wollen die Brasilianer auch gefunden haben: Der 19-jährige Neymar, der den FC Santos zum Sieg bei der Copa Libertadores geführt hat, wird bereits mit Pele verglichen. Berühmt-berüchtigt ist er in erster Linie für seine Dribblings und ‹Schwalben›.

Nationalcoach Mano Menezes hat neben Neymar einige weitere junge Spieler aufgeboten. Die Verjüngung der Mannschaft dürfte auch der Hauptgrund dafür sein, dass die Seleçâo sich seit einem Jahr schwertut, gegen hochklassige Gegner zu gewinnen. Gegen Argentinien und Frankreich resultierten 0:1-Niederlagen, Holland erreichte in Brasilien ein 0:0.

Uruguay als Geheimtipp, Mexiko und Costa Rica als Gäste

Die besten Aussenseiterchancen hat der WM-Vierte Uruguay um Diego Forlán. Die Mannschaft von Oscar Tabarez könnte mit einem Triumph Rekordsieger werden. Uruguay gewann das seit 1916 ausgetragene Turnier bereits 14-mal gewonnen, genauso oft wie Argentinien. Brasiliens Bilanz ist mit acht Titeln verhältnismässig bescheiden.

Hinter dem Trio Argentinien, Brasilien und Uruguay scheinen Chile und Paraguay am besten gerüstet, um für eine Überraschung zu sorgen. Chile hat etwa den beeindruckenden Stürmer und Teamkollegen von Gökhan Inler, Alexis Sanchez, in seinen Reihen, Paraguay hofft auf die Tore von Dortmunds Lucas Barrios.

ASL-Legionäre sind keine dabei, für Ecuador läuft der Ex-Basler Felipe Caicedo auf. Seine Mannschaft ist aber zu schwach besetzt, um hohe Wellen zu werfen. Gleiches gilt für die beiden Gastmannschaften Mexiko und Costa Rica, die mit einer B-Truppe nach Argentinien reisen, nachdem sie erst gerade den für sie bedeutenderen Gold Cup bestritten haben. (si)

Copa America in Argentinien

Gruppenspiele (2. bis 14. Juli). Gruppe A: Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Costa Rica. - Gruppe B: Brasilien, Paraguay, Venezuela, Ecuador. - Gruppe C: Chile, Mexiko, Peru, Uruguay.

Viertelfinals (16. bis 18. Juli, jeweils 02.45 oder 0.15 Uhr Schweizer Zeit).

Halbfinals (20. und 21. Juli, jeweils 02.45 Uhr).

Spiel um Platz 3 (23. Juli 21 Uhr).

Final (24. Juli 21 Uhr) in Buenos Aires.

Modus: Die ersten zwei jeder Gruppe und die zwei besten Gruppendritten qualifizieren sich für die Viertelfinals.

TV: Im deutschsprachigen Raum überträgt 'Sport 1' zehn Partien, darunter zwei Viertelfinals, beide Halbfinals und den Final.

Die letzten 10 Sieger:

2007 Brasilien

2004 Brasilien

2001 Kolumbien

1999 Brasilien

1997 Brasilien

1995 Uruguay

1993 Argentinien

1991 Argentinien

1989 Brasilien

1987 Uruguay.

Deine Meinung