Aktualisiert 14.09.2016 21:47

Schädliche Abgase

Sambisches Gericht verurteilt Glencore

Glencore hat die Anwohner einer Kupferfabrik in Sambia fahrlässig exzessiven Abgasmengen ausgesetzt. Eine im Land bekannte Politikerin starb.

von
kat
Eine der grössten in Afrika: Die Nkana-Kufper-Minen im Norden Sambias, betrieben vom Mopani Copper Mines.

Eine der grössten in Afrika: Die Nkana-Kufper-Minen im Norden Sambias, betrieben vom Mopani Copper Mines.

Wikipedia/ Arne Wilson

Das Rohstoffhandelsunternehmen Glencore steht zurzeit im Kreuzfeuer der Justiz: Die Abgase einer von Glencore betriebenen Kupferfabrik in Sambia sind für den Tod der bekannten Politikerin Beatrice Mithi verantwortlich, wie ein Gericht in dem afrikanischen Land urteilte. Das berichtet SRF. Die 58-Jährige habe einen Atemstillstand erlitten, als die Abgase am Abend des 31. Dezembers 2013 in die Wohnquartiere der Stadt Mufulira geweht worden waren.

Laut Bericht wurde nach einer Obduktion der Leiche das «Einatmen von toxischen Gasen» als Todesursache genannt. Daraufhin hatte der Witwer von Beatrice Mithi im Frühjahr 2014 gegen Mopani Copper Mines geklagt – Glencore besitzt die Aktienmehrheit an der Firma, welche die Mine und das dazugehörende Kupferschmelzwerk betreibt.

40'000 Franken Entschädigung

Nun wurde dem Witwer eine Entschädigung von umgerechnet 40'000 Franken zugesprochen, wie die «Rundschau» berichtet. Ausserdem müsse Glencore für die Prozesskosten aufkommen.

Schlussfolgerung des High Courts in Kabwe sei, dass der Glencore-Betrieb seine Sorgfaltspflicht gegenüber Beatrice Mithi und den übrigen Anwohnern der Kupferfabrik nicht wahrgenommen habe. Der in Sambia geltende Grenzwert an Schadstoffmengen sei überschritten worden.

Der Glencore-Betrieb verteidigte sich: Er habe eine Vereinbarung mit der sambischen Regierung getroffen und sei bis ins Jahr 2015 von jeglicher Haftung für Umweltschäden befreit worden. Das Gericht ging auf dieses Argument nicht ein.

Die Glencore-Firma Mopani hat das Urteil inzwischen ans höchste Gericht weitergezogen. Glencore hält bei gegenüber der «Rundschau» fest, dass es Verfahrensfehler gegeben habe und man das Urteil als «nichtig erachtet.»

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