Aktualisiert 14.09.2016 16:15

Sicherheitsexperte«Samsung kann das Note 7 aus der Ferne lahmlegen»

Wenn Nutzer ihre Geräte nicht freiwillig umtauschen, könnte Samsung diese aus der Distanz deaktivieren. Ein Experte erklärt, wie das möglich ist.

von
J. Panknin
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In den letzten Wochen war Samsung immer wieder wegen unschöner Vorfälle mit dem Galaxy Note 7 in den Schlagzeilen. Defekte Akkus führten zu mehreren explodierten Geräten, Sach- und gar Personenschäden.

In den letzten Wochen war Samsung immer wieder wegen unschöner Vorfälle mit dem Galaxy Note 7 in den Schlagzeilen. Defekte Akkus führten zu mehreren explodierten Geräten, Sach- und gar Personenschäden.

Baidu.com
Nach dem Rückruf aller bisher verkauften Geräte vor knapp zwei Wochen ging Samsung am vergangenen Wochenende noch einen Schritt weiter: Der Tech-Konzern gab eine Warnung heraus, in der er alle Besitzer bat, ihre Phablets abzuschalten und gar nicht mehr zu benutzen.

Nach dem Rückruf aller bisher verkauften Geräte vor knapp zwei Wochen ging Samsung am vergangenen Wochenende noch einen Schritt weiter: Der Tech-Konzern gab eine Warnung heraus, in der er alle Besitzer bat, ihre Phablets abzuschalten und gar nicht mehr zu benutzen.

AP/Richard Drew
Gleichzeitig tauchte auf Reddit ein Beitrag auf, in dem ein Unbekannter behauptete, Samsung Frankreich plane, alle nicht freiwillig zurückgebrachten Note 7 aus der Ferne abzuschalten. Im Online-Forum wird seitdem heiss diskutiert, ob und wie das möglich sein soll.

Gleichzeitig tauchte auf Reddit ein Beitrag auf, in dem ein Unbekannter behauptete, Samsung Frankreich plane, alle nicht freiwillig zurückgebrachten Note 7 aus der Ferne abzuschalten. Im Online-Forum wird seitdem heiss diskutiert, ob und wie das möglich sein soll.

Nach dem Rückruf aller bisher verkauften Note 7 vor knapp zwei Wochen ging Samsung am vergangenen Wochenende noch einen Schritt weiter: Der Tech-Konzern gab eine Warnung heraus, in der er alle Besitzer bat, ihre Phablets abzuschalten und gar nicht mehr zu benutzen.

Gleichzeitig tauchte auf Reddit ein Beitrag auf, in dem ein Unbekannter behauptete, Samsung Frankreich plane, alle nicht freiwillig zurückgebrachten Note 7 aus der Ferne abzuschalten. Im Online-Forum wird seitdem heiss diskutiert, ob und wie das möglich sein soll. 20 Minuten hat Marc Ruef, IT-Sicherheitsexperte bei der Zürcher Scip AG, gefragt.

Herr Ruef, wäre es rein technisch für Samsung möglich, die Geräte aus der Ferne zu deaktivieren?

Theoretisch ja. Es gäbe sogar zwei Möglichkeiten: Eine ist der Weg über den Samsung-Account, den sich Nutzer auf ihrem Gerät einrichten können, um Cloud-Funktionen zu nutzen. Das Unternehmen könnte dort leicht eine Remote-Option einbauen. Mit der Registrierung würde dann eine Art Kanal zu Samsung hergestellt, über den das Unternehmen von aussen auf das Handy zugreifen und es unbrauchbar machen könnte. Die zweite Variante wäre, ein manipuliertes Update einzuspielen, dass sich automatisch installiert und alle Funktionen lahmlegt.

Im Netz wird diskutiert, ob Samsung in so einem Fall alle oder nur jene Geräte, in denen einer der kritischen Akkus verbaut wurde, abschalten würde?

Samsung kann die Seriennummern aus der Ferne auslesen. So könnte das Unternehmen die Geräte, in denen die defekten Akkus eingebaut sind, identifizieren – und dann nur diese abschalten. Das wäre sicher die eleganteste Lösung. Ich kann mir aber vorstellen, dass das für Samsung zu aufwendig wäre und man deshalb im Zweifelsfall alle Geräte abstellen würde.

Wenn ein Hersteller seine Geräte aus der Ferne abschalten kann, was kann er dann sonst noch alles?

Wenn der Hersteller einen solchen Kanal hat, über den er das Smartphone zurückstellen kann, hat er auch Zugriff auf alles andere. Egal, ob das Gerät mit iOS, Android oder einem anderen Betriebssystem läuft.

Wie realistisch ist es, dass Samsung sich solche Hintertürchen offen gelassen hat?

Wenn es solche Features gibt, würde Samsung das sicher nicht an die grosse Glocke hängen, weil es in Sachen Datenschutz ziemlich kritisch wäre. Es würde mich aber nicht erstaunen, wenn einige oder sogar alle Hersteller solche Backdoors eingebaut hätten, um die Kontrolle über ihre Geräte zu behalten. Sobald ein Handy irgendwie mit Cloud-Diensten und Accounts vernetzt ist, ist das technisch keine Zauberei mehr.

Ob der Hersteller tatsächlich plant, die Note 7 aus der Ferne abzuschalten, ist unklar. Samsung Schweiz kommentiere keine Gerüchte und Spekulationen, hiess es auf Anfrage.

Wer haftet nun, da Samsung eine Warnung für die Nutzer herausgegeben hat, für Schäden, die durch ein explodiertes Note 7 entstehen? Rechtsanwalt Martin Steiger gibt Auskunft.

«Grundsätzlich haften – trotz Warnungen – Hersteller und Importeur. Auch die Verkäufer können haften, je nach Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bei Verwenderinnen und Verwendern, die eine Warnung von Samsung erhalten haben, diese aber ignorieren, ist auch eine Haftung möglich. Wer weiss, dass sein Smartphone brandgefährlich ist, es aber trotzdem verwendet, kann haftbar werden, wenn in der Folge ein Schaden entsteht.»

Austauschprogramm

Samsung hat ein Austauschprogramm in der Schweiz gestartet. Kunden, die ein Note 7 gekauft und bereits erhalten haben, können dieses ab 19. September gegen ein neues Gerät umtauschen. Der Austausch wird beim Händler durchgeführt, bei dem das Smartphone gekauft wurde. Weitere Informationen bietet Samsung auf der offiziellen Website.

Samsung hat ein Austauschprogramm in der Schweiz gestartet. Kunden, die ein Note 7 gekauft und bereits erhalten haben, können dieses ab 19. September gegen ein neues Gerät umtauschen. Der Austausch wird beim Händler durchgeführt, bei dem das Smartphone gekauft wurde. Weitere Informationen bietet Samsung auf der offiziellen Website.

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