M8800 Pixon: Samsungs Pixelprotz im Test
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M8800 PixonSamsungs Pixelprotz im Test

Kamera-Handy oder Handy-Kamera? Diese Frage stellt sich, wenn man das M8800 Pixon in den Händen hält. 20 Minuten Online gibt die Antwort.

von
Henning Steier

Liegt das Samsung M8800 Pixon mit dem Touchscreen nach unten auf dem Tisch, sieht es aus wie eine günstige Digitalkamera. Das Objektiv ist durch eine Abdeckung geschützt, die sich automatisch öffnet, wenn man die Kamera nutzt. Allerdings vergehen fast fünf Sekunden, bis sie startklar ist. Das ist eindeutig zu lange, aber bei Foto-Handys keine Seltenheit. Besser gefallen hat uns das leicht verständliche und über Schaltflächen neben dem gewählten Motiv eingeblendete Kamera-Menü, das sich komplett über den Touchscreen nutzen lässt. Ohnehin ist die berührungssensitive Oberfläche wirklich gelungen, weil sie schnell und präzise reagiert.

Die mit dem Handy gemachten Fotos überzeugen uns mit klaren Farben und guter Schärfe. Allerdings hat die Kamera wie viele ihrer Konkurrentinnen deutliche Schwächen, wenn sie Bilder bei schlechter Beleuchtung machen soll. Die Fotos weisen dann ein viel zu hohes Bildrauschen auf. Ausserdem vergehen bis zu fünf Sekunden, bis das Handy ein Bild gespeichert hat und wieder bereit ist. Das ist definitiv zu lange. Denn die besten Schnappschüsse warten nicht. Dafür bietet die Kamera Autofokus, Bildstabilisator und Gesichtserkennung.

Praktisch am integrierten Fotobrowser ist, dass er zum nächsten Bild wechselt, wenn man das Handy kippt. Die Kamera kann ausserdem lächelnde Menschen erkennen und löst nur bei diesen aus, wenn man möchte. Das funktionierte in der Praxis problemlos. Ausserdem warnt das Handy, falls jemand die Augen geschlossen hat, wenn man auf den Auslöser drücken will.

Kabel kostet extra

Im Gegensatz zum iPhone hat das M8800 Pixon eine Videokamera an Bord, die eine Auflösung von 720 x 480 Pixeln bietet und 30 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Wer einen Clip im Zeitraffer aufnehmen will, der schafft zwar 120 Bilder pro Sekunde. Allerdings beträgt die Auflösung dann nur noch 640 x 480 Pixel. Auf TV-Geräte lassen sich Fotos und Videos über ein Kabel bringen, das man im Lieferumfang allerdings vergeblich sucht.

Weil sich Eingaben ausschliesslich über den Bildschirm machen lassen, sollte man eine virtuelle QWERTZ-Tastatur erwarten. Diese kommt aber erst zum Vorschein, wenn man das Handy ins Querformat dreht. Ausserdem kann das Samsung-Handy Handschriften erkennen. Das klappt in der Praxis aber nur bei der Hälfte der von uns natürlich in Druckschrift geschriebenen Buchstaben. Ebenfalls nur mittelmässig ist die Sprachqualität. Stimmen klingen mitunter, als spräche ihr Besitzer durch ein Handtuch.

Auf eigene Kopfhörer verzichten

Das Smartphone wiegt 120 Gramm, was für ein Gerät dieser Klasse in Ordnung ist. Nicht zufriedenstellend ist aber, dass man auf die mitgelieferten Kopfhörer angewiesen ist, die einen scheppernden Sound bieten. Auf eine 3,5-Millimeter-Buchse zum Anschluss anderer Ohrhörer hat Samsung verzichtet. Positiv stimmt uns hingegen die Akkulaufzeit beim Sprechen: Auf 4:10 Stunden kam das Handy im Test.

Immer wichtiger wird für viele Nutzer das mobile Surfen. Und daher ist es unverzeihlich, dass Samsung dem M8800 Pixon kein WLAN spendiert hat. Zwar bringt das Gerät HSDPA mit, aber wer beispielsweise oft gratis in Internet-Cafés ins Netz geht, dem nützt das wenig. In unserem Test war von dem oft als «Datenturbo» bezeichneten HSDPA allerdings nichts zu spüren. Es dauerte knapp 50 Sekunden, bis die Seite von 20 Minuten Online geladen war. Dafür hat Samsung das Handy mit einem GPS-Chip versehen. Navigation von A nach B ist damit zwar nicht möglich, dafür kann man über Google Maps seinen Standort ermitteln. Das gelang im Test mühelos.

Fazit

Das rund 560 Franken kostende M8800 Pixon ist gut verarbeitet, das Display erwies sich als verhältnismässig unanfällig für Kratzer. Ausserdem hat uns das Handy mit - für ein Mobiltelefon - wirklich guten Fotos überzeugt. Als Ersatz für eine günstige Digitalkamera taugt es trotzdem nur bedingt, da selbst Einsteiger-Digicams unter schwierigen Bedingungen noch bessere Bilder schiessen.

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