Nach Mekka-GebetSanija Ameti erzürnt – «wie integriert sind eigentlich diese SVPler?»
Jetzt meldet sich Sanija Ameti, Chefin der Operation Libero, zum Mekka-Gebet der Armee zu Wort und greift die FDP frontal an. Deren Präsident Thierry Burkart lässt das nicht auf sich sitzen.
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Darum gehts
Die SVP macht nach dem Mekka-Gebet von Soldaten Stimmung gegen Muslime.
Die Chefin der Operation Libero wirft der FDP Rassismus vor, weil sie sich nicht von der SVP distanziert.
Doch der FDP-Präsident distanziert sich sehr wohl, einfach nicht auf Twitter, sondern bei 20 Minuten.
Zum muslimischen Opferfest beteten am Mittwoch Schweizer Soldaten gen Mekka – unter Anleitung des Armee-Imams. Ein Bild der Aktion wurde 20 Minuten zugespielt. Die SVP nahm das zum Anlass, ihre Follower in den sozialen Medien zu fragen: «Was kommt als Nächstes? Kinder-Ehen, Scharia-Gerichte, Steinigungen?»
Sanija Ameti: «Bilderbuchbeispiel für Rassismus»
Die Chefin der Operation Libero ist stocksauer ob dem Post der rechtsbürgerlichen Partei. Es sei ein neuer Tiefpunkt für die SVP. «Das ist ein Bilderbuchbeispiel für Rassismus», sagt Sanija Ameti, die selbst Muslimin ist. «Wie integriert sind eigentlich diese SVPler? Sie treten die Verfassung und die darin verbriefte Religionsfreiheit mit Füssen.»
Doch noch mehr als die Aussagen der SVP nerven Ameti die Reaktionen der anderen Parteien. Während sogar Islamismus-Kritiker und Mitte-Präsident Gerhard Pfister den Post der Volkspartei auf Twitter verurteilten, habe die FDP und vor allem ihr Präsident Thierry Burkart «ohrenbetäubend geschwiegen», wirft ihm Sanija Ameti vor.
Burkart mache sich darum «zum Steigbügelhalter der SVP». Indem er und der rechte FDP-Flügel sich nicht distanzieren, «macht die FDP den SVP-Rassismus gesellschaftsfähig». Das sei besonders störend, weil die FDP in mehreren Kantonen Listenverbindungen mit der SVP eingegangen sei für die Wahlen diesen Herbst.
Burkart kontert – und nimmt Stellung
Das will der FDP-Präsident so nicht stehen lassen. Zu den konkreten Vorwürfen Ametis wolle er nicht Stellung nehmen, aber zum Mekka-Gebet sagt er: «Wir haben Religionsfreiheit in der Schweiz. Diese gilt auch in der Armee. Auch Muslime sind Soldaten, die im Ernstfall unser Land und unsere Werte – auch die Religionsfreiheit – mit ihrem Leben verteidigen.»
Und dann distanziert er sich im Gespräch mit 20 Minuten klar vom Post der SVP: «Die SVP-Reaktion auf das muslimische Gebet ist völlig daneben. Wenn man alle Muslime in einen Topf wirft und sie auf Zwangsehen und Steinigungen reduziert, hat das nichts mit der Realität zu tun.»
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