Sanitäter benötigen immer häufiger Polizeischutz
Aktualisiert

Sanitäter benötigen immer häufiger Polizeischutz

Aggressive
Betrunkene werden für
die Zürcher Sanität
immer mehr zum
Problem. Bei Rettungen
ist deshalb oft auch die
Polizei im Einsatz.

«Es kommt öfter vor, dass unsere Leute angepöbelt, beschimpft oder gar angegriffen werden», sagt Jörg Wanzek, Pressesprecher von Schutz und Rettung Zürich. Vor allem bei Grossanlässen, an denen Alkohol in rauen Mengen fliesst, gerieten die Sanitäter immer mehr in Schwierigkeiten. Die Angst der Einsatzkräfte, mit dem Rettungswagen in grosse Menschenansammlungen zu fahren, werde immer grösser. Wenn Betrunkene auf dem Trittbrett des Rettungswagens herumhüpften und den Weg zum Verletzten versperrten, sei dies eine enorme Stresssituation für Fahrer und Retter. Oft seien auch die Verletzten selbst so betrunken und aggressiv, dass sie die Hilfe der Sanitäter verweigerten. «Für uns

ist das unverständlich, schliesslich geht es im schlimmsten Fall um Leben und Tod», sagt Wanzek.

Zum Schutz der Einsatzkräfte würden deshalb immer häufiger Stadtpolizisten aufgeboten. «Es ist ein neues Phänomen, dass neben Polizisten auch Rettungskräfte angegriffen werden», bestätigt Stapo-Sprecherin Judith Hödl. Laut Wanzek sei man nun daran, weitere Sicherheitsmassnahmen zu treffen: «Gerade im Hinblick auf die Euro 08 müssen wir dieses Problem gezielt angehen.»

Yvonne Eisenring

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