Bundesgericht: Sans-Papiers-Mutter kann dank Sohn bleiben
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BundesgerichtSans-Papiers-Mutter kann dank Sohn bleiben

Weil ihr Sohn Schweizer ist, wird eine illegal in der Schweiz wohnende Mutter nicht ausgewiesen. Die Richter setzten die Zukunft des 3-jährigen Sohnes über die Bürokratie.

Eine Sans-Papiers-Mutter aus der Demokratischen Republik Kongo hat Anrecht auf eine Aufenthaltsbewilligung - dank ihres Sohnes, der Schweizer Bürger ist. Das Bundesgericht betont, es sei wichtig, dass das Kind mit der Mutter in seiner Heimat aufwächst.

Die Frau aus der Demokratischen Republik Kongo war 2001 illegal in die Schweiz eingereist und hat 2007 einen Knaben zur Welt gebracht. Weil ihn der Vater - ein Schweizer kongolesischer Herkunft - anerkannte und Alimente bezahlt, hat der Sohn die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten.

Die Mutter hingegen lebte seither illegal in der Schweiz. Sie wurde in Frankreich und in der Schweiz mehrfach wegen Verletzung des Ausländergesetzes verurteilt.

Im Gegensatz zum Migrationsamt des Kantons Bern kommt das Bundesgericht nun aber zum Schluss, dass diese Delikte nicht schwer genug sind, um sie höher zu gewichten als das Interesse eines Schweizer Kindes, in seinem Land und mit dem obhutsberechtigten Elternteil zu leben.

Rückkehr in den Kongo würde Besuchsrecht beschneiden

Das Bundesgericht betont einmal mehr die Notwendigkeit, in Zukunft die Rechte eines Kindes, die sich von seiner Nationalität ableiten lassen, sowie die Kinderrechtskonvention noch stärker zu berücksichtigen.

Nur ein grober Verstoss gegen die Ordnung und die öffentliche Sicherheit könne über dem Recht eines Schweizer Kindes stehen, in seiner Heimat mit dem obhutsberechtigten Elternteil aufzuwachsen. Dies halten die Lausanner Richter im Urteil fest.

Zudem, so heisst es weiter, hätte die Ausreise des Jungen Auswirkungen auf die Beziehung zu seinem Vater. Wenn er seiner Mutter in den Kongo folgen müsste, würde dies das Besuchsrecht des Vaters stark beeinträchtigen - zum Leidwesen des Sohnes. (Urteil 2C_505/2009 vom 29. März 2010)

(sda)

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