Aktualisiert 24.02.2019 01:45

Medikamentenpreise

Santésuisse sieht Sparpotenzial von 330 Mio

Das Bundesamt für Gesundheit will mit neuen Preisen für Arzneimittel 47 Mio Franken pro Jahr sparen. Das geht dem Krankenkassenverband zu wenig weit.

von
chk
Santésuisse und der Apothekerverband Pharmasuisse haben eigene Revisions-Vorschläge ausgearbeitet: Medikamente. (Archivbild)

Santésuisse und der Apothekerverband Pharmasuisse haben eigene Revisions-Vorschläge ausgearbeitet: Medikamente. (Archivbild)

Keystone/Friso Gentsch

Per Juli will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Preise für den Vertrieb von rezeptpflichtige Arzneimittel erneuern. Zwei Vorschläge hat das BAG in die Vernehmlassung geschickt. Deren Sparpotenzial: 47 Millionen Franken pro Jahr.

Laut Berechnungen des Krankenkassenverbands Santésuisse würde viel mehr drinliegen. Bis zu 330 Millionen wären möglich, dies entspricht einem Prämienprozent, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. «Das BAG schont insbesondere die Grosshändler zu stark», sagt Matthias Müller von Santésuisse. Ohne diese Bevorzugung der Mittelsmänner zwischen Pharmafirmen und Apothekern wären die Einsparungen deutlich höher. Das Amt kalkuliert für die Grossisten 7 Prozent Vertriebsmarge ein. Das sei keine Lösung, finden Santésuisse und der Apothekerverband Pharmasuisse.

«Apotheker soll nicht bestraft werden»

Beide haben eigene Revisions-Vorschläge ausgearbeitet und dem BAG unterbreitet. Die Versicherer sehen für den Vertrieb einen preisbezogenen Zuschlag von 5 Prozent und einen fixen Zuschlag von 10 Franken pro Packung vor, vergleichbar mit der Situation in Deutschland, wie die «SonntagsZeitung» weiter schreibt.

Geht es nach Pharmasuisse, soll der preisbezogene Zuschlag nur 3 Prozent betragen. Dafür will der Verband pro Packung einen Zuschlag von 14.85 Franken. Damit möchte er verhindern, dass ein teures statt ein günstiges Medikament verkauft oder verschrieben wird. «Die Apotheker sollen nicht bestraft werden, wenn sie ein Generikum abgeben», sagt Fabian Vaucher, Pharmasuisse-Präsident. Noch ist allerdings nichts entschieden. Voraussichtlich wird dies Bundesrat Alain Berset bis Mitte Jahr tun.

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