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Santo Domingo wie ein Einheimischer erleben

Autolärm statt palmengesäumte Strände: Santo Domingo heisst die Alternative zum Pauschal-Urlaub in der Dominikanischen Republik. Nirgends kommt einem der Latino-Alltag so nah wie in der pulsierenden Hauptstadt.

Um möglichst wenige All-inclusive-Drinks zu verpassen, unternimmt der Durschnitts-Tourist maximal einen Tagesausflug in die quirlige Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Verständlich. Ist Santo Domingo auf den ersten Blick doch sehr gross (mit 2 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt der Karibik), wahnsinnig laut (je defekter das Auto, desto tüchtiger das Radio) und etwas touristenfeindlich (selten wird Englisch gesprochen). Nur in Begleitung eines Führers können Sehenswürdigkeiten wie das ehemalige Grab von Kolumbus, die Promenade Malecón oder die Markthalle Mercado Modelo besucht werden.

Wer sich jedoch etwas länger in den Strudel der Stadt wagt, entdeckt den wahren Puls der Lateinamerikaner – zum Beispiel mittels Sprachaufenthalt. Von Gastfamilien wird der Fremde sofort integriert, beim Shopping mitgeschleppt und beim Kochen angewiesen. Zur Sprachschule Casa Goethe gehts mit den heimischen Verkehrsmitteln: den caro públicos. Mittels Handzeichen werden Autofahrer auf dem schachbrettartigen Strassensystem angehalten. Mit bis zu sechs weiteren Insassen braust man zu einer günstig gelegenen Querstrasse, steigt aus und beginnt das Spielchen von vorne.

Alleine auszugehen nach 20 Uhr liegt übrigens nicht drin – vor allem für Ladys. Erst muss eine Date ergattert werden und der Auserwählte den Test der Gastfamilie bestehen. Wie in den alten Zeiten.

Martina Rissi

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