Aktualisiert 23.01.2008 12:44

Sarah Meier will ganz nach oben

Am Freitag startet mit Sarah Meier die zweite Schweizer Medaillen-Hoffnung in die EM in Zagreb. Wie Lambiel strebt auch die 23-jährige Bülacherin Gold an.

Im vergangenen Jahr in Warschau verpasste Meier den EM-Titel als Zweite hinter der Italienerin Carolina Kostner lediglich um 3,51 Punkte, nachdem sie nach dem Kurzprogramm noch in Führung gelegen hatte. Ihre Enttäuschung war im ersten Moment gross, obwohl sie die noch heute gültige persönliche Bestleistung aufgestellt hatte.

Das Verpasste will Meier in Zagreb nachholen. Gegenüber ihrer Trainerin Eva Fehr äusserte sie sich dahingehend, dass die Silbermedaille eine Enttäuschung wäre. Dem widerspricht Fehr zu Recht. Denn realistisch gesehen kann die Zürcher Unterländerin nur dann Gold gewinnen, wenn Kostner schwächelt; die Cousine der zurückgetretenen Skifahrerin Isolde Kostner ist technisch weiter als Meier. Dies sieht auch Fehr so: «Wenn sie alles bringt, ist sie besser.» Deshalb sei der Druck auf ihrer Seite. Die Tante von Sarah Meier erwartet wie im vergangenen Jahr einen Zweikampf «weit weg von den anderen Läuferinnen».

Meiers EM-Fahrplan stimmt

Meier und Kostner trafen in dieser Saison am Grand Prix in Sendai Ende November/Anfang Dezember schon einmal aufeinander -mit dem gleichen Ausgang wie an der letztjährigen EM. Die Differenz in Japan fiel mit 1,52 Punkten noch kleiner aus. Die bald 21-jährige Italienerin erlitt allerdings nach dem 3. Rang am GP-Final Mitte Dezember in Turin einen kleinen Rückschlag; sie musste unmittelbar vor Weihnachten krankheitshalber auf die nationalen Meisterschaften verzichten.

Bei Meier dagegen stimmt der EM-Fahrplan. Nach einigen Schaulaufen zwischen Weihnachten und Neujahr - «es waren gute Gelegenheiten, nochmals vor Publikum aufzutreten» - bereitete sie sich in den letzten drei Wochen intensiv auf die kontinentalen Titelkämpfe vor. «Die Trainings waren nicht perfekt», sagte die Olympia-Achte. «Ich weiss aber, dass die Planung stimmt und es noch besser kommt.» Sie sei froh, wenn es endlich losgehe.

Gute Erinnerungen an Zagreb

Um in Zagreb keine Punkte zu verschenken, hat Meier im Kurzprogramm und in der Kür je einmal den Flip durch den Salchow ersetzt. Diese Anpassung nahm sie vor, weil es seit dieser Saison Abzüge gibt, wenn der Flip von der Auswärtskante gesprungen wird, was bei ihr der Fall ist. Zudem wird sie neu eine Stand- statt der Waagepirouette präsentieren.

Meier machte in dieser Saison einige negative Erfahrungen mit dem strengeren Bewertungssystem. Zuerst habe sie sich geärgert. Jammern nütze jedoch nichts, sie müsse das Beste aus der Situation herausholen, sagte die Bülacherin. Die Dreifach-Dreifach- Kombination dagegen, die im Sommer «recht gut gegangen sei» (Fehr), ist seit Ende Oktober wegen des zu grossen Risikos kein Thema mehr.

An Zagreb, wo Denise Biellmann 1979 EM-Bronze gewann, hat Meier sportlich gute Erinnerungen. 1998 bestritt sie in der kroatischen Hauptstadt mit der Junioren-WM ihren ersten grösseren internationalen Wettkampf. Nach dem Kurzprogramm belegte sie damals zu ihrer eigenen Überraschung den 5. Zwischenrang, ehe sie in der Kür noch auf Platz 10 zurückfiel. Dennoch war sie zufrieden. «Das hätte ich nicht erwartet», blickte Meier zurück. Die gleiche Aussage dürfte sie diesmal kaum von sich geben.

(si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.