TV-Kommentatorin: Sarah Palin bei Fox – Vorzeichen für 2012?
Aktualisiert

TV-KommentatorinSarah Palin bei Fox – Vorzeichen für 2012?

Die US-Republikanerin Sarah Palin versucht sich als Kommentatorin auf dem rechtslastigen TV-Sender Fox News. Beobachter sehen darin ein Indiz, dass sie in zwei Jahren noch nicht Präsidentin werden will.

von
pbl

Wie Fox News am Montag mitteilte, unterschrieb die frühere Gouverneurin des US-Bundesstaats Alaska einen Vertrag über «mehrere Jahre». Palin soll politische Kommentare und Analysen in den Nachrichtensendungen des rechtskonservativen Senders abgeben und einige Folgen der Reality-Serie «Wahre amerikanische Geschichten» moderieren, die in Kürze starten soll. Über die Höhe der Vergütung für Palin wurde nichts bekannt.

«Wir freuen uns, ihre dynamische Stimme bei Fox News aufnehmen zu können», erklärte das Unternehmen, das dem Medienmogul Rupert Murdoch gehört. Palin selbst erklärte, sie freue sich «riesig» über das Engagement bei dem Sender, der für seine Kritik an US-Präsident Barack Obama bekannt ist und bereits eine Reihe von konservativen Politikern als Kommentatoren beschäftigt. Die ehemalige Gouverneurin von Alaska hatte bereits in ihrem Heimatstaat als TV-Moderatorin gearbeitet.

«Sie wird nicht kandidieren»

Palin hatte sich 2008 an der Seite von John McCain vergeblich um das Amt der Vizepräsidentin beworben. Nach dem gescheiterten Wahlkampf und einer Reihe von Beschwerden über ihre Amtsführung verlor Palin allerdings an Popularität. Im vergangenen Juli trat die fünffache Mutter als Gouverneurin von Alaska zurück. Zuletzt allerdings meldete sie sich mit ihren Memoiren auf der Politbühne zurück und schürte damit Spekulationen, sie wolle 2012 für die Präsidentschaft kandidieren.

Einige Beobachter in den USA sehen ihr Engagement bei Fox News als weiteren Schritt in diese Richtung. Andere kommen zum gegenteiligen Schluss. «Ich denke, sie wird nicht kandidieren», sagte der demokratische Parteistratege Paul Begala auf CNN und fügte an: «Leider aus Sicht der Demokraten, denn sie würde gegen Barack Obama nicht gewinnen.» Auch Nancy Pfotenhauer, eine ehemalige Sprecherin von McCains Wahlkampfteam, sieht «gewisse Anzeichen dafür, dass sie nicht antreten wird».

«Es ist Gottes Plan»

Ihre Berufung zur republikanischen Vize-Kandidatin empfand Sarah Palin offenbar als Fügung einer höheren Macht. Dies zumindest erklärte John McCains einstiger Chefstratege Steve Schmidt am Sonntag in der Sendung «60 Minutes» auf CBS. Beim entscheidenden Treffen auf McCains Ranch in Arizona habe der Kandidat sie gefragt, ob sie damit umgehen könne, «einer der bekanntesten Menschen der Welt» zu werden. Worauf Palin geantwortet habe: «Es ist Gottes Plan.»

Schmidt und Palin hatten sich zuletzt verkracht, nicht zuletzt weil der Stratege der auf nationalem Parkett unerfahrenen Gouverneurin vorgeworfen hatte, sie habe McCain mit unbedachten und unzutreffenden Äusserungen geschadet. Im Interview wiederholte Steve Schmidt diesen Vorwurf, gab aber auch zu, dass McCains Niederlage ohne Palin «noch deutlicher ausgefallen wäre». Denn zumindest bei der konservativen Basis der Republikaner war Sarah Palin auf grosse Begeisterung gestossen. (pbl/sda)

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