Hildebrand-Affäre: Sarasin-Dieb landete in der Psychiatrie

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Hildebrand-AffäreSarasin-Dieb landete in der Psychiatrie

Der Mann, der geheime Bankdaten von Nationalbankspräsident Hildebrand weiterreichte, erlitt offenbar einen Zusammenbruch. Auch Mittelsmann Hermann Lei muss Konsequenzen fürchten.

von
fum
Die Wirren rund um Nationalbankspräsident Philipp Hildebrand beschäftigen die Schweiz seit Tagen. Nun ist mehr über den Mann bekannt, der mit dem Diebstahl von Bankdaten die ganze Affäre ausgelöst hat.

Die Wirren rund um Nationalbankspräsident Philipp Hildebrand beschäftigen die Schweiz seit Tagen. Nun ist mehr über den Mann bekannt, der mit dem Diebstahl von Bankdaten die ganze Affäre ausgelöst hat.

In der verworrenen Affäre rund um die Devisengeschäfte von Nationalbankspräsident Philipp Hildebrand und seiner Frau Kashya kommt nur tröpfchenweise Licht ins Dunkle. Wenig bekannt war bis anhin über den IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin, der Screenshots der umstrittenen Transaktionen dem Thurgauer Anwalt und SVP-Grossrat Hermann Lei überreichte. Wie der «Blick» in seiner heutigen Ausgabe berichtet, handelt es sich dabei um einen 39-jährigen Mann aus dem thurgauischen Amlikon.

Im Dorf nenne man ihn den «Banker», er lebe aber zurückgezogen und diskret. Auch im Internet sei keine Spur von ihm zu finden. Der IT-Fachmann kennt Hermann Lei aus gemeinsamen Schulzeiten und ist ebenfalls SVP-Mitglied – allerdings nicht aktiv. Wie Nachbarn berichten, ist der Mann mittlerweile untergetaucht. Laut «Blick» befindet er sich in einer psychiatrischen Klinik, er habe in Zusammenhang mit der Hildebrand-Affäre einen Zusammenbruch gehabt. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige wegen Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses eingereicht.

Dünn könnte die Luft auch für den Anwalt Hermann Lei werden, der die brisanten Dokumente an SVP-Vize Christoph Blocher weiterreichte. Wie die «NZZ» schreibt, prüft der Thurgauer Anwaltsverband, ob Lei die Standesregeln der Schweizerischen Dachverbandes eingehalten hat. Noch sei es aber zu früh für eine Lagebeurteilung, der Fall werde «beobachtet». Offen bleibt zudem, ob der Grossrat mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Gemäss seinem Anwalt Valentin Landmann läuft derzeit kein Strafverfahren gegen ihn. Er habe den Ex-Sarasin-Angestellten nicht angestiftet, die Bankdaten zu stehlen.

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