«Sarko, du Faschist»
Aktualisiert

«Sarko, du Faschist»

Bei Protesten gegen den künftigen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ist es die vierte Nacht in Folge mitten in Paris zu Zwischenfällen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Sarkozy ist derweil von seinem Luxusurlaub in die Hauptstadt zurückgeflogen.

Im Lauf der Zusammenstösse wurden 118 Menschen festgenommen, wie ein Sprecher am späten Mittwochabend sagte. Etwa 300 bis 400 Menschen hatten sich den Angaben nach auf dem Boulevard St. Michel versammelt. Ursprünglich wollten sie gegen einen Rechtsradikalen-Aufmarsch protestieren, doch rasch sei daraus eine Anti-Sarkozy-Kundgebung geworden. «Sarko, Du Faschist», wurde gerufen, oder «Überall Polizei, nirgends Gerechtigkeit».

In den drei Nächten zuvor war es bereits zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen überwiegend jungen Krawallmachern und der Polizei in Paris sowie in anderen französischen Städten gekommen.

Uni-Blockade geplant

Aus Protest gegen den Sieg von Nicolas Sarkozy wollen Studenten Teile der Universität von Paris blockieren. Rund 300 Studenten hätten am Mittwoch für die Blockade gestimmt, erklärte die grösste Studentenverbindung in Frankreich. Sie betonte, Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen und forderte die Demonstranten zur Ruhe auf. Forschungsminister François Goulard forderte die Universität auf sicherzustellen, dass alle Seminare stattfinden könnten.

Mit Millionärs-Jet zurück nach Paris

Der neu gewählte französische Präsident Nicolas Sarkozy hat am Abend seinen Kurzurlaub auf Malta beendet und ist nach Paris zurückgeflogen.

Am Donnerstagmorgen wolle Sarkozy sich mit Abgeordneten seiner Partei UMP treffen, teilten seine Mitarbeiter mit. Anschliessend wolle er mit Präsident Jacques Chirac an einer Zeremonie zur Erinnerung an die Abschaffung der Sklaverei teilnehmen.

Sarkozy flog mit einem Privatjet des Geschäftsmannes Vincent Bolloré heim, der ihm auch seine Motoryacht zur Verfügung gestellt hatte. Der Kurzurlaub auf Kosten des Milliardärs hatte in Paris erhebliche Kritik ausgelöst.

Die Vereinigung der Arbeitslosen APEIS rechnete vor, dass der Urlaub 17 Jahre Mindestlohn gekostet habe. Sarkozy hatte erklärt, der Steuerzahler habe keinen Cent für seine Reise aufbringen müssen.

(sda)

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