Wegen Boni: Sarkozy droht mit Boykott des G-20-Gipfels
Aktualisiert

Wegen BoniSarkozy droht mit Boykott des G-20-Gipfels

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy will den G-20-Gipfel Ende des Monats in Pittsburgh platzen lassen, wenn dort keine Grenzen für Managerboni beschlossen werden.

«Wenn es keine konkrete Entscheidung gibt, werde ich den Gipfel verlassen», zitierte ihn die regierungsnahe Zeitung «Le Figaro» am Montag. Die Drohung sei ernst gemeint, sagte der Generalsekretär des Élysée-Palastes, Claude Gueant, dem Sender RTL. Sarkozy sei «sehr entschlossen», ein Abkommen zu erreichen.

Der Staatschef hatte bereits vor dem Londoner G-20-Gipfel im April mit einer «Politik des leeren Stuhls» gedroht, sollte man sich dort nicht eine Zügelung der globalen Finanzmärkte einigen können. Obwohl sich die Europäer dort nicht mit allen ihren Forderungen durchsetzen konnten, blieb Sarkozy am Tisch.

Widerstand aus den USA und Grossbritannien

Auf dem nächsten G-20-Treffen will der Franzose gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Deckelung von Managergehältern und Bonuszahlungen durchsetzen. Das bisherige System belohnt kurzfristiges Risiko und gilt damit als eine der Ursachen der Weltfinanzkrise.

Auf ihren Vorbereitungstreffen einigten sich die Finanzminister zwar auf Schritte in diese Richtung. Wegen des Widerstands aus Grossbritannien und den USA geht die Vorlage aber nicht so weit wie von Berlin und Paris gefordert. (dapd)

Deine Meinung